Christus erklärt die jüdische Gesetzesschrift

Der Prokurator Pilatus sandte, veranlasst durch die Dichte des Straßenverkehrs, einen seiner Vertrauten mit dem Auftrag zu Christus, er möge künftig hin seine Ansprachen vor der Stadtmauer beim Herodes-Tor halten, da in der Stadt für solche Menschenansammlungen wenig Platz sei.
Der Vertraute sagte zu Christus:
„Pilatus lässt Dir sagen, dass er Dir den großen Platz außerhalb der Stadtmauer, wo einst Feste und Spiele abgehalten wurden, solange zur Verfügung stellt, als Du ihn benötigst. Er weiß, dass Du ein Freund des Volkes bist und den Judenoberen die Wahrheit sagst. Ich warne Dich: Nimm Dich vor den Judenoberen in Acht, denn sie sind falsch und hinterlistig. Wir haben so manches mit ihnen erlebt. Du kommst aus Galiläa und bist hiermit römischer Staatsbürger. Lehre nach Deinem Sinn, sei vorsichtig und übertritt nicht das römische Recht. Unser Schutz ist Dir gewiss!"
Christus legte die Hand auf die Schulter des Vertrauten und sagte:
„Ich kenne dich. Du bist Carolo Cordus und meinst es gut mit mir. Siehe, ich bin das 'Ewige Leben' und der Schöpfer des Alls. Ich kam aus meiner Welt des Lichtes auf diese von mir geschaffene Welt, damit hier in der 'geistigen Finsternis' das Licht meines Geistes - die Wahrheit und Nächstenliebe - leuchte. Die Menschen werden daraus erkennen, dass ich weder ein strafender Herrscher, der gefürchtet werden muss, noch ein sich in Geheimnisse hüllendes Wesen bin. Ich diene allen und helfe jedem, der sich in meinem Geiste helfen lassen will. Carolo, sorge dich nicht um mich. Weil du zu mir so aufrichtig bist, so will ich dich von deiner Krankheit heilen, die dich über drei Jahre plagt. Ich will, dass du gesund seist!"
Carolo, der an einer für unheilbar gehaltenen Krankheit litt, fühlte sich augenblicklich wohl und gesund. Er konnte Christus nur dankend in die Augen schauen, da er vor Freude kein Wort hervorbrachte. Er eilte sofort zu Pilatus zurück und berichtete ihm über das Geschehene.
Christus lehrte weiter und sagte zum Schluss, dass er von morgen an auf dem Hügel Salem lehren werde; dieser liege außerhalb der Stadtmauer zwischen Ophel- und Herodes-Tor. Dort sei Platz für alle und es könne ihn jeder, der kommen wolle, hören.
Mit den Worten „Der Friede sei mit euch!" verabschiedete sich Christus von allen und ging mit den Seinen nach Bethania.

Als Christus am Morgen des nächsten Tages auf dem Platz erschien, erwarteten ihn tausende Menschen, darunter viele Judenführer und Rabbi.
Christus stieg den kleinen Hügel hinan und begann mit lauter Stimme seine Ausführungen, so dass ihn jeder hören konnte. Er sprach in römischer Sprache zum versammelten Volk, das an dreißigtausend Menschen zählte, über die Ewigkeit, das ewige Leben, die Erschaffung der Wahren Welt sowie dieser irdischen Welt, woher die Lüge und das Böse stamme, über die Entwicklung des Lebens auf Erden und den Daseinszweck des Menschengeschlechtes.
Nach den Erklärungen über die Schöpfung, über den geistigen Fall in der Wahren Welt und über das Leben der früheren Völker auf dieser Erde wies Christus die Juden darauf hin, wie zerstörend und Leid schaffend die Auswirkung ihrer Betätigung im bösen Geiste gegenüber den anderen Völkern sei.
Christus erklärte ihnen die wahre Entstehung ihrer Schrift und nannte das darin sich für einen allmächtigen Gott und Herrn ausgebende Wesen einen Lügner und Geistesverführer. Auf die einstigen Vorgänge in der Wahren Welt hinweisend, führte nun Christus folgendes aus:
„Als die durch den Glauben an diesen Lügner einst aus meiner Welt freiwillig gegangenen, im Wesen wenig verunstalteten erkenntnisfähigen Geisteswesen hier an die Lebensstoffe im Irdischen die Anpassung zum Weiterleben fanden, waren sie im Geiste gut. Mit Hilfe der in meinem Geiste beständig gebliebenen erkenntnisfähigen Wesen erkannten sie vollauf die Wahrheit über den Lügner, der sie einst geistig verführt hatte, sowie über mich und das wahre, ewige Leben. Ihr Leben auf Erden war demnach friedlich und sie gingen nach ihrem irdischen Ableben den geraden Weg zu mir in meine Welt. An die damaligen, in der Erkenntnis des wahren Lebens stehenden Menschen konnte der Verführer noch keine Anpassung finden. Er nahm das Leben auf dieser Welt gar nicht wahr. Dies dauerte ein Meer von Zeiten.
Erst vor ungefähr zehn Millionen Jahren, als die bereits im Geiste einst mehr dem Bösen verfallenen Geisteswesen auf diese Welt kamen, die dem Lügner näher im Geiste gestanden sind, fand dieser die Anpassung an das in seinem Geiste abgestimmte Wesen der Menschen. Durch das irdische Ableben und Hinübergehen der erkenntnisfähigen Geisteswesen ins Jenseits konnte der Geistesverführer erst seinen Einfluss vom Jenseits auf die Menschen ausüben.
Der Lügner und Verführer staunte über die so schön geordnete Welt, in welcher seine einstigen gläubigen Anhänger, die er lange nicht wahrgenommen hatte, als Geisteswesen in irdischer, körperlicher Verdichtung lebten und mit freiem Willen schaffen konnten. Er versuchte selbst, zu ihnen zu kommen und die Menschengestalt anzunehmen. Doch er sah bald, dass für sein dem Geiste nach verunstaltetes Wesen keine Abstimmung da war, die ihm eine Anpassung für das irdische Leben gewährt hätte. Selbst schaffen konnte er diese nicht. Es blieb ihm in seiner grenzenlosen Wut gegen mich nur der eine Weg offen: Durch seine Anhänger im Jenseits die Menschen in seinem verlogenen, boshaften Geiste zu beeinflussen und so an sich zu ziehen.
Der Verführer hatte bei den damaligen Menschen, die gut und wahrhaft waren, wenig Erfolg aufzuweisen. Diese zogen immer noch das Gute vor und lebten daher in Frieden. Der Lügner und Heuchler sah aber auch, dass es Menschen gab, deren Wille ausgeschaltet werden konnte, und durch deren irdischen Körper die Meinen zu den Menschen sprachen und sie in der Wahrheit über mich und das ewige Leben belehrten. Er trachtete nun, solche Menschen-Mittler, wo immer es ihm nur möglich war, zu finden, um durch sie sprechen zu können; er fand aber keinen, an den sein verlogener, boshafter Geist eine Anpassung gefunden und dessen Körper er als Werkzeug benützen hätte können.
Zu dieser Zeit hatte es große Völker gegeben, die durch den geistigen Verkehr mit den Meinen der Wahrheit über mich und das ewige Leben sehr nahe standen. Die heutzutage in allen Ländern zerstreut lebenden Essener sind ihre geistigen Nachfolger. Die Völker wechselten von Zeit zu Zeit ihren Wohnsitz und vermischten sich mit anderen Völkern; doch blieb das Gute allgemein bei allen Völkern vorwiegend.

Vor ungefähr dreitausenddreihundert Jahren lebte das Volk der Itoka in den Landen Abeza, das an der südlichen Grenze des heutigen Ägypten gelegen ist und bis ans Rote Meer reichte. Die Hautfarbe dieses Volkes war schwarz. Es pflegte die Boshaften und Gewalttätigen aus seiner Gemeinschaft auszustoßen und sie an die Küste des Landes zu verweisen. Von diesen Ausgestoßenen entstand ein kleines Volk von Seeräubern, welches längs der Küste Ägyptens raubend und plündernd langsam gegen Norden zogen und sich durch Raub von Jungfrauen rasch vermehrten. Der Führer dieses Volkes war Hamar mit Beinamen Habita. Er hatte viele Kinder; sein ältester Sohn hieß Abram.
Abram wurde von seinem Vater zu seinem Nachfolger bestimmt. Diese Entscheidung wurde vom Volk anerkannt.
Abram verfiel oft in geistige Ohnmacht, da er Mittlerfähigkeiten besaß. Als sein Vater bei einem Raubzug umgekommen war, erging an ihn die Aufforderung, die Führung des Volkes zu übernehmen. Nach anfänglichem Sträuben übernahm er diese.
Zu jener Zeit ging er eines Tages in der Nähe der Stadt Hebur betrübt ein Stück Weges in die Sandwüste hinein und setzte sich nieder. Hier wurde er nun von einem jenseitigen Geisteswesen, das dem Satan im Geiste sehr nahe stand und im Irdischen Methsaich geheißen hatte, mit Gewalt besetzt und von diesem gezwungen, die Worte 'Ich bin dein Herr und Gott!' zu hören. Abram erschrack und fiel bewusstlos hin. Da Abram lange nicht ins Lager zurückkehrte, suchten ihn zwei seiner leiblichen Brüder und fanden ihn nach einiger Zeit in der Wüste mit verzerrtem Gesicht auf der Erde liegen. Da hörten sie durch ihn eine Stimme:
'Ich bin euer Herr und Gott! Bringt mir ein Blutopfer von einem Tier, schlachtet es hier und zerlegt das Fleisch, legt es auf Holz und macht Feuer. Es soll ein Brandopfer für mich sein, denn ich will mich rächen an allem Lebenden!'
Sie fürchteten sich sehr und führten das Befohlene aus. Darauf schloss das sich im Auftrage für den allmächtigen Gott ausgebende Wesen mit dem Volke Abrams ein blutiges Bündnis und machte es zu seinem auserwählten Volk und gab ihm Gesetze voll Lügen und Gräuel.

Das Volk, dessen Geist dem des Satans sehr nahe war, glaubte alles und so konnte dieser über Methsaich und Abram zum Volke sprechen. Er gab auf diese Weise seinen Geist der Lüge, Bosheit, Rache, Eigenliebe, Blut- und Mordgier vollauf kund. Und seht, dieses Volk führte seine Anordnungen im abscheulichen Geiste aus, zog raubend und plündernd durchs Land bis an die Mündung des Nil. Viele von ihnen zogen als Händler in die Orte Ägyptens und betätigten sich im bösen Geiste.
Nach geraumer Zeit wurde Moses der Führer dieses dann zerstreut lebenden Volkes. Er trat durch seine Mittler mit den jenseitigen Vertretern des Lügners und Verführers in geistige Verbindung. Er ließ die durch den Mittlerverkehr erhaltenen dummen Lügen aufschreiben und erhob sie zum Gesetz, dessen Sklaven ihr aus dem Judenvolke bis auf den heutigen Tag seid. Der Satan ist weiter euer Gott und ihr seine gezeichneten Knechte. Die anderen Völker fürchten euch wegen eurer grausamen Betätigung im verlogenen, bösen Geiste und sagen, dass euer Gott der böseste unter allen Göttern sei. Ein Volk, das ihr gottlos nennt, welches aber tausendmal besser ist als ihr, musste kommen, um euren unmenschlichen Gräueltaten Einhalt zu gebieten.
Weil ihr euch nun anschickt, alle Völker mit eurem Geiste zu vergiften und aus dieser Welt das Reich des Satans, die Hölle, zu machen, indem ihr die Menschen durch Lüge zur Gläubigkeit erzieht, das Erkennen der Wahrheit verbietet und sie mit Gewalt zu zwingen versucht, dass sie euch und eurem Gott Knechte abgeben, so bin ich, der Schöpfer dieser Welt, selbst gekommen, um euch und allen, die euch glauben, die Wahrheit zu sagen.
Ich wusste in Ewigkeit die Auswirkung jeglichen Geistes, also auch dieses bösen. Die Zeit, welche ich mir selbst gesetzt habe, ist eben da. Ich, das im Geiste größte und vollkommene Wesen, der Schöpfer des Alls, der Anfang alles bewussten Lebens, bin durch meinen Willen als Mensch auf diese Welt gekommen und trage den Namen Christus, damit in Zukunft die erkenntnisfähigen Wesen - Menschen - nicht mehr mit den Namen Gott und Götter irregeführt werden und nicht im Glauben an ein unbekanntes Geisteswesen dem Urheber alles Bösen verfallen und ihm nachfolgen.
Ihr Schriftgelehrten, Pharisäer und Rabbi, die ihr so hochtrabende Namen tragt und euch berufen und von Gott für von Gott auserwählt ausgebt, hört:
Ich, die Ewige Wahrheit, sage euch, dass der, den ihr Gott nennt und dem ihr als Knechte folgt, ein Verunstalteter und Mörder des erkenntnisfähigen Geistes ist, der einst in meiner Welt als erster vom Geiste der Wahrheit abfiel, ihr ihm nachfolgtet und er damals euer Führer wurde. So erwählt ihr ihn als Menschen nochmals zu eurem Gott und Führer und betätigt euch wieder in seinem Geiste.
Ihr habt über meine Worte einen Rat abgehalten und ihr konntet nichts finden, um sie zu widerlegen. Doch wie das sich geistig selbst wegwerfende Wesen, der Satan, den ihr Gott nennt, aus Eigenliebe und Bosheit gegen mich wütet, so habt auch ihr beschlossen, gegen meinen Geist der Wahrheit und Nächstenliebe zu wüten und ihm mit Lüge, Heuchelei, Rache und Gewalt entgegenzutreten.
Ich sage euch: Mein Geist der Wahrheit und Nächstenliebe ist von Ewigkeit und bleibt ewig unveränderlich. Jenes erkenntnisfähige Geisteswesen, dem ich gleich den anderen Wesen das bewusste Leben ermöglichte, erdachte erst die Lüge und die Bosheit.
Merkt euch: Die Lüge triumphiert nur so lange, bis sie erkannt ist. Ihr seid Gelehrte eurer Schrift und kennt sie auswendig; so will ich eure Schrift durchleuchten und dem Volk zeigen, in welchem verlogenen, bösen Geiste diese geschrieben ist.
Ich habe vorhin erklärt, wie es vor ungefähr 3300 Jahren dem Verführer gelungen ist, sich durch jenseitige Vermittler und Menschen-Mittler als Gott und Schöpfer des Alls auszugeben, welche Lügen von den früheren Führern eures Volkes aufgeschrieben und gutgeheißen wurden.

In der Schrift dieses Lügners heißt es zu Beginn:
'Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, aber die Erde war wüste und leer und Finsternis war über dem Abgrund und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.' Dann machte Gott das Licht und sah erst, das es gut war. Er nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Am zweiten Tag sonderte er das Wasser von den Wassern und machte die Feste. Die Feste nannte er Himmel. Am dritten Tag hat Gott das Wasser, das unter dem Himmel war, gesammelt und nannte das Trockene Erde, die Sammlungen der Wasser Meer und sah, das es gut war. Und er sprach: 'Es sprosse die Erde Gras, das grünt und Samen macht und die Fruchtbäume, die da Früchte tragen nach ihrer Art, in denen selbst ihr Samen sei auf Erden.' Und Gott sah wieder, dass es gut war. Am vierten Tag machte Gott erst Lichter am Himmel, um zu scheiden Tag und Nacht, darunter zwei große Lichter - das größere zu beherrschen den Tag, das kleinere zu beherrschen die Nacht und auch die Sterne - und er sah abermals, dass es gut war. Am fünften Tag schuf Gott aus dem Wasser das kriechende Tier mit lebendigen Seelen und Geflügel über der Erde und dann die großen Wasserungeheuer. Er segnete sie und sah wieder, dass es gut war. Am sechsten Tag machte Gott die Tiere und den Menschen Mann nach seinem Ebenbilde, der über alles herrschen solle. Dieser Gott formte den Menschen aus Erdenlehm und hauchte in sein Angesicht den Odem des Lebens und setzte ihn in einen Lustgarten hinein.
Am siebenten Tag ruhte sich der so geplagte Gott von der großen Arbeit aus. Er segnete und heiligte den Tag und dürfte sich die Hände von der letzten Arbeit bei der Erschaffung des Menschen, die er sich mit Kot und Lehm beschmutzt hatte, gewaschen haben.
Bedenkt nun, wie dumm dieses von Moses und seinem Gott ausgedachte Lügenmärchen über die Schöpfung ist. Dieser arme Gott schafft hier zuerst die Erde und das Licht des Tages sowie die lebenden Pflanzen auf ihr und nachher macht er die Lichter am Himmel, darunter die leuchtende Sonne und den Mond. Ein unmündiges Kind muss über diese dummen Lügen lachen und sich fragen, woraus dieser Gott die Tiere gemacht hat und wie der Erdenkot beschaffen sein müsste, dass aus ihm durch bloßen Hauch ein lebender Menschenkörper wurde.
Nach diesem Lügenmärchen hatten die Pflanzen, das Gewürm und die Tiere zwei Geschlechter. Nur beim Menschen hatte dieser Lügengott vergessen, das Geschlecht zu schaffen. Der arme Mann musste sich unter den Tieren eine Gehilfin suchen; er fand jedoch keine. Es blieb also diesem vergesslichen Schöpfer nichts anderes übrig, als auch dem Menschen-Mann eine Gehilfin, die ihm ähnlich wäre, als Ersatz für das Tier zu schaffen. Er sandte über den Menschen-Mann einen tiefen Schlaf, entnahm ihm sodann eine Rippe, indem er die Stelle wieder mit Fleisch füllte, und baute aus ihr ein Weib. Diesmal wollte sich dieser Lügengott nicht mehr mit Kot beschmutzen und auch nicht mehr anstrengen, den Odem dem Weib ins Gesicht zu hauchen. Deshalb wird von den Knechten dieses Lügenschöpfers das Weib als des Mannes Untertan und für nicht ebenbürtig gehalten.

Hört, ihr Gelehrten dieser eurer Schrift:
Ich erklärte euch in der Wahrheit, wie ich meine und diese eure Welt geschaffen habe. Darauf habt ihr mit den Sadduzäern Rat gehalten und versucht, meine Erklärungen zu entkräften. Die Sadduzäer haben euch die dummen Lügen der Schrift über die Schöpfung vorgehalten und euch ausgelacht. Ihr wisst und begreift es, dass der angebliche Schöpfer und euer Gott ein Lügner und Heuchler ist und eure ganze Schrift nur ein Lügengewebe darstellt. Trotzdem haltet ihr an den Lügen dieser Schrift fest, damit durch sie die Menschen soweit vergiftet werden, dass ihnen die Urteilsfähigkeit genommen wird, die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden.
Auf diese Weise erhofft ihr Oberen, stets obenan zu bleiben und auf Kosten der Betrogenen und Armen ein angenehmes Leben führen zu können. Ich sage euch: Lasst ab von diesem abscheulichen Geist und seid zu eurem eigenen Heil wahrhaft.
Ich rufe euch nochmals die Worte zu:
In dieser von mir zur Erweckung für die einst in Ohnmacht gefallenen Geisteswesen geschaffenen Welt muss sich alles auswirken und ein Geisteswesen dem anderen dienen. Die kleinsten einfachen Geisteswesen dienen den größeren; von der kleinsten Pflanze an bis zum größten Tier dient ein Wesen dem anderen und alle zusammen dienen den erkenntnisfähigen Geisteswesen - den Menschen. Es gibt kein Schaffen aus Nichts. Alle Geisteswesen sind in ihrer Urbeschaffenheit ewig.
Seht, die nicht erkenntnisfähigen Geisteswesen des Pflanzenreiches bringen den Geist des bewussten Lebens nicht auf und können daher nicht bewusst schaffen. Die nicht erkenntnisfähigen Wesen des Tierreiches sind sich bereits ihres Lebens mehr oder weniger bewusst, können aber nicht erkennen, was wahr und gut oder unwahr und böse ist. Sie schaffen stets das Gleiche, weil ihr Geist zu anderem nicht fähig ist.
Die erkenntnisfähigen Wesen - Menschen - haben aber die Fähigkeit, zu erkennen, was wahr und gut oder unwahr und böse ist; doch wollen viele nicht erkennen, weil sie dies zum wahrhaften Denken und Handeln verpflichten würde. So wollt ihr Schriftgelehrten, Oberen und Rabbis es nicht zugeben, welch ein Lügner und wie unvollkommen im Geiste das in eurer Schrift sich als Gott ausgebende Wesen ist. Es ist niemand unter euch, der das nicht begreifen würde, dass ein verlogenes strafendes, Rache ausübendes, boshaftes Geisteswesen kein vollkommenes Wesen sein kann. Die Lügen eurer Schrift über die Schöpfung sind zu handgreiflich, als dass ihr sie als dumme Märchen nicht begreifen würdet. Ihr haltet an der Schrift dennoch fest und befehlt, diese Lügen zu glauben, weil ihr durch das Unwissen der anderen viel Ansehen und Reichtümer zu erreichen hofft.

Betrachtet die Schrift weiter und seht euch den Lustgarten an, den der angebliche Gott gepflanzt hat. Außer Gold und kostbaren Edelsteinen hatte der Garten auch viele Bäume, die schön zu schauen und deren Früchte köstlich zu essen waren. Darunter befanden sich: Der Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen.
Also nahm der aus Nichts schaffende Gott den Menschen und setzte ihn in den Lustgarten, auf dass er diesen betreue und bewache. Er gebot ihm und sprach: 'Von jedem Baum des Gartens magst du essen aber von diesem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an welchem Tag du davon issest, wirst du des Todes sterben.' Dann war dieser Schöpfer neugierig wie der Mensch-Mann die Tiere und seine Gehilfin nannte und hörte ihm zu. Es waren beide nackt und schämten sich nicht, aber die Schlange war listiger als alle Tiere der Welt, die dieser Gott aus dem Nichts gemacht hatte. Sie sagte zum Weibe: 'Warum hat euch Gott geboten, nicht von allen Bäumen des Gartens zu essen?' Das Weib gab der Schlange zur Antwort: 'Wir dürfen von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, nicht essen und den Baum nicht berühren, damit wir nicht etwa sterben.' Die Schlange aber sprach zum Weibe: 'Esst nur davon, ihr werdet nicht sterben. Eure Augen werden aufgetan, ihr werdet wie Götter sein und das Gute und Böse erkennen.' Darauf sah das Weib, dass der Baum gut für das Essen, schön für das Auge und dass es eine Lust sei, ihn anzuschauen. Es nahm von seiner Frucht, aß und gab ihrem Mann, der auch aß. Da wurden beiden die Augen aufgetan und als sie merkten, dass sie nackt waren, flochten sie Feigenblätter und machten sich Schürzen.
Schaut euch dieses dumme Lügenmärchen an! Was will der, der sich da Gott nennt, aber der Satan ist, damit bezwecken? Er stellt den nackten Körper des Menschen mit seinem Geschlechtsaufbau als etwas, dessen man sich schämen müsse und das gegenseitige Anschauen als ein Verbrechen hin!
Ich habe euch erklärt, woher, weshalb, wieso und wozu das Geschlecht auf Erden ist und dass es die kleinsten Geisteswesen sind, die an dem Aufbau des irdischen Körpers beteiligt sind und die Geschlechtstriebe hervorrufen. Das Geschlecht ist nicht von Ewigkeit und es kann sich niemand das Geschlecht allein bestimmen, da es von der Anpassungsmöglichkeit an bestimmte Lebensstoffe abhängt, welche das ungeweckte Geisteswesen vorfindet. Das Weib bietet den einst in Ohnmacht gefallenen Wesen die Lebensanpassung an diese Welt; allerdings bedarf es dazu der Mithilfe des Mannes, beziehungsweise seiner Lebensstoffe, um den ankommenden Geschwistern hier im Irdischen die Geistes- und Lebenserweckung zu ermöglichen. Ihr Schriftgelehrten, Oberen und Rabbi wisst es, hüllt euch aber trotzdem heuchlerisch in die Lügen eurer Schrift. Dabei hat jeder von euch fünf bis zehn Kebsweiber, welche ganz entrechtet sind und die ihr wie Tiere kauft und verkauft."
Daraufhin fingen die Schriftgelehrten, Oberen und Rabbi zu murren und fluchen an. Einer von ihnen rief laut zu Christus:
„Wir haben unseren Gott und handeln nach seinem Gesetz. Du aber lästerst unseren Gott, weil du arm bist!"
Christus entgegnete:
„Ja, dieser Lügner will euer Gott und ihr wieder wollt seine Knechte sein. Ihr handelt gerne nach seinem Gesetz, weil es euch irdische Vorteile auf Kosten der Armen und Verführten bietet.

Sehen wir uns diesen, euren Gott und seine Gesetze näher an. Im ersten von seinen Gesetzen wird dem Menschen unter Todesstrafe verboten, das Gute und Böse zu erkennen, damit nicht etwa seine Lügen und Bosheiten erkannt werden.
Wie verlogen dieser Gott ist, beweist seine dummdreiste Lüge, dass eine Schlange - also ein Tier, das infolge seiner Urbeschaffenheit überhaupt nicht sprechen kann - hat kommen müssen, um den Menschen zu sagen, dass es ein ewiges Leben gibt und er als erkenntnisfähiges Wesen das Gute und das Böse erkennen kann. Damit straft ihn selbst seine erfundene Schlange Lügen und beweist, das es keinen Tod, dafür aber eine Wahrheit gibt.
Nach dieser Schrift ging also dieser Gott bei der Kühle des Nachmittags im Garten spazieren und stellte das Menschenpaar wegen Übertretung seines Gebotes zur Rede. Er verhandelte zuerst mit dem Manne, dann mit dem Weibe und zuletzt mit der Schlange, fluchte und diktierte ihnen Strafen. Der Schlange, welche vermöge ihrer Urbeschaffenheit keine Füße hat und immer auf der Erde kroch, befahl er, dass sie von nun an auf dem Bauch kriechen müsse. Außerdem solle sie alle Tage Erde essen, was sie allerdings bis heute nicht durchführt. Dann setzte er Feindschaft zwischen dem Samen der Schlange und dem des Weibes. Des Weibes Same soll der Schlange den Kopf zertreten und die Schlange soll dafür das Weib in die Ferse stechen. Ferner soll sie gepeinigt werden von den Beschwerden der Schwangerschaften und unter Schmerzen gebären die Kinder sowie unter die Macht ihres Mannes zu stehen kommen, der über sie herrsche. Des Mannes wegen, den er jetzt Adam nannte, weil sich dieser vom Weibe hatte verführen lassen, verfluchte er die Erde und sprach dann zu ihm: 'Mit viel Arbeit sollst du essen von ihr alle Tage deines Lebens. Dornen und Disteln soll sie dir tragen und du sollst das Kraut der Erde essen, bis du zur Erde zurückkehrst, denn du bist Erde und sollst wieder Erde werden.'
Denkt nach, wie dumm diese Lüge ist und dabei voll Bosheit und Rache. Doch nicht genug mit dem; das Strafen dieses Gottes geht weiter. Er macht dem Manne und dem Weibe Röcke von Fellen und spricht dann zum Manne: 'Du bist wie unsereiner geworden und weißt ganz gut, was gut und böse ist. Nun aber, dass du nicht ausstreckst deine Hand und brichst von dem Baum des Lebens und lebst ewiglich, so wirst du den Garten verlassen.' Dieser Gott und Herr treibt Adam dann aus dem schönen Lustgarten hinaus und stellt vor dem Garten Cherubim mit feurig zuckendem Schwert auf, zu bewachen den Weg zum Baum des Lebens.
Seht, welches Unwissen diese Lügen unter den Menschen zeugen und wie ihr Oberen und Rabbi dieses Unwissen ausnützt! Ihr Heuchler und blinden Wegweiser, die ihr in der 'Finsternis der Lüge' wandelt und jenen, die das 'Licht der Wahrheit' suchen, den Weg mit List, Heuchelei, Gewalt, Strafe und Rache verstellt, seid der größte geistige Auswurf; ihr handelt bewusst in der Lüge und schafft euch selbst das Böse für Zeit und Ewigkeit!
Es kann euch niemand helfen, so ihr euch nicht helfen lassen wollt. Ihr werft euch geistig selbst weg und geht mit freiem Willen den 'Weg der Finsternis' zum Satan, der zu euch spricht:
'Ich will euer Gott sein, wenn ihr mich verehrt.'
Euch, gehorsame Knechte, erwartet nach dem irdischen Ableben sein Reich, das er im Geiste der Lüge, Bosheit, Strafe und Rache geschaffen hat. In diesem gibt es kein 'reines Licht', keine Nächstenliebe, kein Erbarmen, keine Güte und keine Harmonie in der Freude und Glückseligkeit. Dort werdet ihr vergebens euer irdisches Prasserleben suchen, das ihr hier als Obere und Rabbi auf Kosten anderer führt. Ihr werdet dort alle des gleichen Geistes sein. Jeder wird auf Kosten des anderen seine Gelüste befriedigen wollen, keiner wird dem anderen helfen, sondern dasselbe von anderen haben wollen und alle werden sich in der Bosheit bekämpfen.
Bedenkt, was es heißt, ein solches Leben in Ewigkeit zu führen. Ich sage euch: Sinkt einmal ein erkenntnisfähiges Wesen so tief im Geiste, so geht eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, bevor ein solches Wesen von seinem boshaften Geiste ablässt. Wer nicht hören und erkennen will, dem kann niemand helfen, weil er sich geistig selbst wegwirft.

Gehen wir weiter in der Schrift der Lügen und Märchen!
Das Weib, welches von Adam Eva benannt wurde, soll zwei Söhne, Kain und Abel, geboren haben. Kaum, dass diese vier Menschen auf Erden lebten, begann das Morden und Opfern. Gott fing dem Kain zu fluchen an, weil er den Bruder erschlagen hatte. Kain ging nachher in ein anderes Land und erkannte dort sein Weib, das ihm einen Sohn gebar. Wieso er in einem fremden Land ein Weib finden konnte, wenn nur drei Menschen auf Erden waren, steht nicht in der Schrift.
Die Lügen eures Gottes werden immer dicker. So folgt jetzt ein Geschlechtsregister von Adam bis Noah, wie einer den anderen - sogar noch mit achthundert Jahren und mehr - zeugte und wie ein Methusalas 969 Jahre alt gewesen sein soll.
Dann reute es diesen Gott auf einmal, dass er die Menschen auf Erden gemacht hatte und sein Herz war betrübt. Er entschloss sich nun, alles Lebende, vom Menschen angefangen bis auf das Gewürm, zu vertilgen. Nur Noah fand Gnade bei ihm. Dieser musste für sich und seine Familie nach seinem Plan eine Arche bauen, die dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch sein sollte und in welche er je sieben Paar von reinen und je ein Paar von unreinen Tieren sowie das nötige Futter mitzunehmen hatte. Als Noah mit der Arche fertig war und mit den Tieren hineinging, schloss ihn dieser Gott ein. Dann machte er die Schleusen des Himmels auf, ließ zusätzlich die Brunnen aufbrechen und ersäufte alles, was da Odem hatte auf Erden, mit Ausnahme Noahs und seines Tierhauses.
Was sagt ihr Schriftgelehrten, Oberen und Rabbi zu diesem Schauermärchen?
Sagt mir, wie hätte Noah dies bewerkstelligen können, dass er in dieser verhältnismäßig winzig kleinen Arche von allen Tieren der Erde je ein oder sieben Paare und das nötige Futter für sie auf hundertfünfzig Tage unterbringen konnte?
Denkt doch über die Unmöglichkeit einer solchen Unterbringung aller Tierarten der Welt nach und gebt zu, wie dumm das Märchen von Noah ist.
Weiters steht geschrieben, dass, als das Wasser wieder verschwunden und Noah gelandet war, dieser dem Herrn einen Altar baute und auf ihm von allen seinen Tieren Brandopfer darbrachte. Der Herr roch den ‚lieblichen' Geruch und versprach, die Erde um der Menschen willen nicht mehr zu verfluchen. Er schloss darauf einen Bund - also ein Geschäft - mit Noah ab, dass seine Nachkommen alles, was sich regt und lebt, wie auch das grüne Kraut zur Speise haben könnten; nur das Fleisch nicht, das in seinem Blute lebt, denn das Blut soll allein durch ihn an allen Menschen und Tieren gerächt werden. Zum Zeichen des Bundes setzte dieser Gott den Regenbogen ein, damit sich Gott fortan erinnern könne, nicht mehr zu lange regnen zu lassen.
Aus diesen wenigen Worten des nach Brand- und Blutopfern lechzenden Wesens kann jeder, der guten Willens ist, schließen, dass hier ein Wesen im verlogenen und bösen Geiste spricht.
Nach dem Schauermärchen von Noah kommt wieder ein Geschlechtsregister, um den Menschen Glauben zu machen, dass alle Menschen von Noah abstammen und Adam mit seinem Weibe Eva die ersten Menschen waren. Dabei waren Namen und Völker genannt, wie die der Hethiter, Jebusiter und Amorhiter, welche bereits vor zwanzigtausend Jahren in diesem Landstrich zufrieden lebten, als sich noch keine Hebräer auf Erden befanden.
Ich sage euch: Diese Völker waren Essener und sind der Wahrheit über mich und das ewige Leben sehr nahe gestanden. Erst eure Väter fielen über Befehl ihres Gottes über sie her, mordeten sie und raubten sie aus. Das Volk der Jebusiter lebte hier in diesem Lande. Die Grundmauern eures größten Tempels in dieser Stadt, in welcher der Lügner und Verführer sein Heiligtum hat, sind die Überreste des Hauses der Wahrheit der einstigen Jebusiter."
Darauf fingen die Hohepriester und Rabbi an zu schreien und einige riefen zum Volk:
„Dieser nennt unser Heiligtum, das unsere Väter unserem Gott aufgebaut haben, unrein. Auf der Stelle sollte man den Gotteslästerer steinigen!"
Christus sprach weiter und entgegnete ihnen:
„Ja, meine Worte der Wahrheit tun euch weh. Ich muss aber dem Volke die Lügen eurer Schrift vor Augen halten, damit es erkennt, welchem bösen Geist ihr folgt. Die Worte eurer Schrift beweisen, dass der, der einmal zu lügen anfängt, aus einer Lüge in die andere kommt. Er bemüht sich dann, eine Lüge durch eine andere zu decken. Dies tut er aus Bosheit, Neid und Eigenliebe, um sich dadurch Vorteile zu verschaffen.
Hört, als nach den Lügen der Schrift vor dreieinhalbtausend Jahren euer Gott die Welt mit Pflanzen, Tieren und Menschen erschaffen haben soll, waren lange davor Völker verschiedener Sprache da, wie sie eben heute bestehen. Um diese Wahrheit nicht zu erkennen, musste das Lügenmärchen vom Turm zu Babel in die Schrift kommen. Nach diesem sollten die Nachkommen Noahs eine Stadt mit hohem Turm, der bis zum Himmel reichen sollte, gebaut haben. Der Herr aber fuhr hernieder, dass er sehe die Stadt und den Turm. Er sah, dass es nur einerlei Volk gäbe, welches vom Bauen nicht ablassen wollte; so verwirrte er alle, dass keiner des anderen Sprache verstand.
Auf diese Weise wurde der Bau eingestellt und die verschieden sprechenden Menschen wurden in alle Länder zerstreut. Mit diesen Lügen will dieser euer Gott die Abstammung des Menschen von Adam nachweisen und vortäuschen, dass Abram von Ur in Caldaea und nicht von Abesina stammt."

Christus wandte sich an die Sadduzäer, rief den Gelehrten Ethamach aus Ägypten mit Namen und ersuchte ihn, er möge sich über die Lügenmärchen der Schrift äußern.
Ethamach nahm das Ersuchen an und äußerte sich:
„Ich finde in der Schrift der Juden keine Wahrheit. Ihr Inhalt ist verworren und voll von Widersprüchen. Es ist nicht möglich, mit den jüdischen Schriftgelehrten vernünftig über die Schrift zu sprechen, da sie diese fanatisch verteidigen und sich immer auf ihren Gott berufen. Ich hatte Gelegenheit, die Schriften der Essener kennenzulernen und fand viel Wahres darin; so finde ich in Deinen Ausführungen über die Schöpfung ebenfalls keinen Widerspruch. Doch konnte ich in der kurzen Zeit alle Deine Worte nicht erfassen.
Es war immer mein Bestreben, lieber weniger zu wissen, als viel Phrasen zu verbreiten, die nicht der Tatsache entsprechen. Christus, ich sehe an Deinen Werken, dass Du mehr weißt und vollbringen kannst als alle Gelehrten zusammen.
Ich bin mir selbst nicht klar, was mich bewogen hat, nach Jerusalem zu gehen. Mein Streben war stets, die Wahrheit zu erkennen und nicht, wie die Juden, an Widersprüche zu glauben.
Christus, ich bekenne mich offen zu Dir. Ob Du Gott bist, kann ich nicht bestätigen, da ich es nicht begreifen kann. Eines aber sehe ich, dass Deine Worte göttlich sind. Lasse mich so lange bei Dir sein, bis ich Deinen edlen Geist vollauf erfasst und in mir aufgenommen habe."
Christus entgegnete ihm:
„Ich, die Ewige Wahrheit, bin für alle da, die guten Willens sind, mich und die Auswirkung meines Geistes zu erkennen.
Ethamach, ich weiß von Dir in Ewigkeit und habe dich zu mir kommen sehen. Du warst ein junger Schüler in On, als ich vor fünfundzwanzig Jahren in Sukkot den gestorbenen Knaben Sietos, der, durch einen Sturz verunglückt, von den gelehrten Ärzten einbalsamiert und bereits ins Grab gelegt worden war, wieder zum irdischen Leben geweckt habe. Du hörtest damals von deinen Lehrern über mich und es war dein sehnlichster Wunsch, mich einmal zu sehen. So ist jetzt dein Wunsch in Erfüllung gegangen.
Ich sage dir: Du wirst mich und die Auswirkung meines Geistes der Wahrheit und Nächstenliebe bald vollauf erkennen, ja selbst für die Wahrheit zeugen und dafür von den Lügnern verfolgt werden."
Ethamach war über die Worte Christi bestürzt und sagte zu allen:
„Ich bestätige, dass Christus die Wahrheit gesprochen hat. Er weiß meine Gedanken und kennt mich, ohne dass ich jemals mit ihm zusammengekommen bin."
Zu Christus gewendet, sprach er:
„Ich bleibe mit Freuden bei Dir!"
Ethamach ging noch denselben Tag mit Christus und seinen Jüngern nach Bethania.

Am nächsten Tag brachte Christus weitere Erklärungen über die Schrift der Juden und sprach zu den Versammelten:
„Ihr habt gehört, welch dumme Lügen die Schrift über die Schöpfung enthält. Eure Oberen und Rabbi finden sie gut und richtig. Sie bemühen sich, euch zu überreden, an diese Lügenmärchen zu glauben, damit ihr - gleich ihnen - Knechte dieses Lügengottes seid und alle seine angeordneten Gräueltaten ausführt.
Ich aber sage euch:
Glaubt ihnen nicht, sondern erkennt, was wahr und gut oder unwahr und böse ist!
Verfolgen wir die Schrift weiter, so kommen wir zu Abram. Ich habe euch erklärt, wie sich der Verführer mit Hilfe eines seiner jenseitigen Knechte mit Gewalt Abrams bemächtigte und ihn als Mittler benützte und wie er zu seinem Volke gesprochen hat. Sein Volk stammt von Abesinia und zählte damals kaum dreitausend Menschen, die Seeräuber waren. Diese zogen mit ihren geraubten Schiffen plündernd, raubend und mordend längs der Küste des Roten Meeres gegen Norden und setzten sich in Ägypten fest, von wo sie später bis zum Jordan vorgedrungen sind.
In der Schrift steht aber geschrieben, dass Abram aus Ur in Caldaea kam und von dort über Befehl seines Gottes mit seinem Weibe Sarai nach Ägypten zog.
Ich sage euch, dass Abram das Land Caldaea nie betreten und nie ein Weib Sarai hatte, noch jemals kannte.
Ihr Oberen und Rabbi bestreitet das ewige Leben und sagt eurem Gott nach, dass der Mensch Staub - also Erde - sei und wieder zu Staub werde. Dabei fürchtet ihr euch vor dem Sterben, weil ihr wisst, dass es möglich ist, mit den Verstorbenen durch Mittler zu sprechen.
Seht, Abram ist im Jenseits durch meine Worte der Wahrheit sehend geworden und steht mitten unter euch. Er hört nun selbst, was für Lügenmärchen über sein irdisches Leben zusammengedichtet wurden.
So steht geschrieben, das Sarai auch seine leibliche Schwester war und er sie für Rinder, Schafe, Esel, Kamele, Knechte und Mägde an den Pharao verkuppelte. Der Herr schlug dafür den Pharao und sein Haus mit großen Plagen. Abram aber wurde sehr reich.
Ihr Oberen und Rabbi verehrt Abram als großen Propheten Gottes. In eurer Verlogenheit beschuldigt ihr ihn nach den Worten der Schrift, dass er ein Kuppler seines eigenen Weibes war und auf diese Weise reich geworden ist.
Weiter wird berichtet, dass der reiche Abram mit seinem Weibe Sarai von Ägypten herauf in diese Länder um den Jordan herum zog und sich wegen Vieh mit Lot zerstritt. Lot ging dann in die Gegend von Sodoma und Abram blieb im Lande Kanaan. Später führte Abram einen Kriegszug zur Befreiung Lots.
Es werden dabei Namen von Königen und Völkern genannt, die hier am Jordan wohnten und keine Juden waren, folglich gar nicht von Adam und Eva abstammen konnten. Die Lügen dieser Schrift werden immer größer und verworrener. So erscheint auf einmal ein Friedenskönig von Sodoma und bringt als Priester des allerhöchsten Gottes Abram Brot und Wein, wobei er ihn segnet und spricht:
'Sei gesegnet, Abram, vom höchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, und gepriesen sei der höchste Gott, durch dessen Schutz die Feinde in deinen Händen sind.' Abram gab ihm den Zehnten von allem. Der König von Sodoma verlangte nur die Leute, die er ihm genommen hatte.
Um diese Stelle in eurer Schrift habt ihr Oberen und Rabbi öfters sehr viel untereinander gestritten. Einigen unter euch geht es nicht ein, wieso es außer dem Lügengott, der zu euch spricht, dass er euer Gott sein will, wenn ihr ihm als Knechte folgt, noch einen höheren Gott gibt, den nach der Schrift sogar Abram anerkennt.
Ich sage euch, ihr Heuchler, ärgert euch deshalb nicht mehr und streitet über diese Stelle der Schrift nicht, sie ist von Moses erdichtet und von eurem Gott falsch verstanden worden. Der Lügner meinte damals, dass er durch diese Worte als der höchste Gott und Besitzer des Himmels und der Erde angerufen wird, weshalb er sich geschmeichelt fühlte und die Lügen seines Knechtes Moses bestätigte.

Nach dieser Lüge folgen jetzt Gottesverheißungen an Abram. Er warf Gott vor, dass er ihm bis zur Zeit keinen Samen gegeben habe und der hausgeborene Knecht sein Erbe übernehmen müsste. Gott tröstete Abram und sagte zu ihm, er solle gegen den Himmel schauen und die Sterne zählen. So zahlreich wie diese solle auch sein Same sein und überdies solle er das Land Kanaan zum Besitz haben. Für das Versprechen verlangte er von Abram, dass er ihm eine dreijährige Kuh, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und noch andere Tauben bringe, Abram brachte die Tiere und schlachtete sie; er musste aber warten, bis die Sonne untergegangen war. Es fielen Raubvögel über die geschlachteten Tiere her. Abram vertrieb sie, damit dem Gott nichts von dem Fleisch gestohlen werde. Als es finster geworden war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram und großer Schrecken der Finsternis kam über ihn. Weil Abram dem Gott das Vieh als Opfer brachte, ließ ihn dieser dafür wissen, welches Volk durch sein Volk beraubt und gemordet werden solle. Dann erschien dieser Gott als rauchender Ofen mit Feuerflamme und verzehrte das geschlachtete Vieh.
Was sagt ihr Oberen und Rabbi dazu, welch großen Hunger euer Gott damals gehabt haben muss? Dieser Lügner spricht zu euch, das er alles erschaffen habe, und geht dann zu einem Menschen betteln, das er ihm Vieh schlachte, um seine Gelüste zu stillen!
Sagt mir: Kann ein geistig so handelndes Wesen der wahre Gott sein?
Im Anschluss daran folgt die Kuppelei Sarai. Diese verkuppelte die Magd ihrem Mann, dann stritten beide Weiber miteinander. Die Magd floh vor ihrer Gebieterin in die Wüste, wo ihr an einer Wasserquelle der Engel des Herrn erschien. Er sprach zu ihr, dass sie einen Sohn gebären werde und ihn Ismael nennen solle; worauf die Magd den Namen des Herrn nannte: ,Du Gott, der mich sah! Denn', sagte sie, 'fürwahr, ich habe den Rücken dessen gesehen, der mich sah!' Die Magd gebar darauf dem sechsundachtzig Jahre alten Abram einen Sohn und nannte ihn Ismael, wie ihr verheißen war.
Nach der Kuppelei und dem Weiberstreit kommt wieder ein neuer Bund dieses Gottes mit Abram. Als Abram in sein neunundneunzigstes Jahr getreten war, erschien ihm wieder der Herr und sprach zu ihm:
'Ich bin der allmächtige Gott und will einen Bund' - also wieder ein Geschäft - 'zwischen dir und mir errichten und will dich mehren gar sehr.' Da fällt Abram auf sein Angesicht und Gott spricht zu ihm: 'Ich bin es und habe meinen Bund mit dir, und du sollst Vater vieler Völker werden. Dein Name soll nicht mehr Abram, sondern Abraham heißen, denn ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht. Ich will dich gar sehr fruchtbar machen und Könige sollen aus dir hervorgehen.'
Jetzt setzte das Handeln und Geschäfte machen dieses Gottes ein. Er spricht zu Abraham:
'Meinen Bund will ich setzen zwischen mir und dir und zwischen deinem Samen nach dir in seinen Geschlechtern, einen ewigen Bund, dass ich dein Gott sei und deines Samens nach dir. Ich will dir und deinem Samen das Land deiner Wanderschaft geben, das ganze Land Kanaan zum ewigen Besitze und will euer Gott sein.'

Hört, welchen Wert euer Gott auf eure Vorhaut legt, so er spricht:
'Ihr sollt an allen männlichen Geschlechtes das Fleisch der Vorhaut beschneiden, dass es zum Zeichen des Bundes sei zwischen mir und euch und euren Nachkommen, denn es ist mein Bund, den ihr halten sollt. Ein Kind von acht Tagen soll bei euch beschnitten werden; jedes Männliche unter euch, sowohl der Knecht, der im Hause geboren, als auch der, welcher gekauft ist und nicht von eurem Stamme kommt, soll beschnitten werden. Dieser Bund an eurem Fleisch sei ein ewiger Bund. Ein Männliches, das am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten ist, dem soll seine Seele ausgerottet werden, weil sie meinen Bund zunichte gemacht hat!'
Seht, welch ein Geisteswesen, das solches ersinnt und verlangt! Sagt selbst, ob es noch einen größeren geistigen Auswurf geben kann als diesen Gott. Ihr führt aber sein blutiges Verlangen ehrfurchtsvoll aus und stillt damit seine niederen Gelüste. Nachdem ihr diesen geistigen Auswurf Gott nennt, gebt ihr selbst zu, dasselbe sein zu wollen, was dieser Lügner ist.
Die Bündnisse und das Feilschen dieses Gottes gehen weiter. So spricht er zu Abraham:
'Du sollt dein Weib nicht mehr Sarai, sondern Sara nennen. Denn ich will euch segnen und dir von ihr einen Sohn geben.' Da fiel Abraham auf sein Angesicht, lachte diesen Gott aus und sprach: 'Wie kann einem Hundertjährigen ein Sohn geboren werden? Sara ist doch neunzig Jahre alt und kann nicht mehr gebären.' Dieser Gott sprach aber weiter: 'Ja, Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak heißen. Denn ich will mit ihm und seinem Samen nach ihm einen ewigen Bund schließen.' Auf das soll dann Abraham für die vielen Versprechungen grauenhafte Verstümmelungen bei allem Männlichen durchgeführt haben und diesem Gott war damit seine abscheuliche Wollust durch das viele Blut und durch die Schmerzen gestillt.
Es steht weiter geschrieben, dass Abraham einen Besuch von drei Männern bekam, die Engel Gottes waren, und ihnen Wasser zum Waschen ihrer Füße gab. Er bewirtete sie mit Aschkuchen und einem mit Milch und Butter zubereiteten Kalbsbraten. Dann erkundigten sich die drei, wo sein Weib Sara sei. Sara befand sich im Zelt, und als sie hörte, dass diese von der Geburt eines Sohnes sprachen, lachte sie und sagte: 'Nun, da ich alt geworden und mein Herr auch, soll ich noch Wollust pflegen?'
Hört, wie geistreich das Gespräch der Engel dieses Gottes mit Abraham und Sara war. Diese angeblichen Engel sprachen nur von Wollust, Gebären, Füße waschen, Aschkuchen, Kalbsbraten mit Butter und Milch.
Ja, wie der Schelm denkt, so ist er und so schafft er!

Es folgt nun das Lügenmärchen von Sodoma. Gott verhandelte neuerdings mit Abraham, damit man sehen solle, wie gerecht er sei. Lot, der ebenfalls Jude war, wurde vor Schwefel und Feuer, das dieser Gott vom Himmel regnen ließ, gerettet. Sein Weib, das sich umschaute, erstarrte sofort zur Salzsäule.
Die zwei Töchter führten darauf Klage, dass kein Mann auf Erden sei, der zu ihnen nach aller Welt Weise eingehen möge. Sie gaben dem Vater viel Wein zu trinken, schliefen beide eine Nacht bei und empfingen Samen von ihm, ohne das er es wahrgenommen hatte.
Auch hier seht ihr, in welchem erbärmlichen Geiste diese Schrift geschrieben ist. Macht euch ein Bild von jenem Geisteswesen, das solches ersonnen hat.
Ich sagte euch bereits, dass Abraham diese Länder nie betreten hatte, weder ein Weib Sara noch eine Magd als zweites Weib kannte oder besaß. Alle diese Lügenmärchen der Schrift sind erst durch Moses entstanden, der die Sitten und Gebräuche des Volkes kannte und sie mit Hilfe des geistigen Verkehrs mit den jenseitigen Knechten des Lügengottes und mit Hilfe von Menschen-Mittlern niederschrieb. Moses kannte den Verkehr mit dem Jenseits und pflegte ihn mit Menschen-Mittlern auszuüben; diese Mittler nennt ihr Propheten. Moses selbst hatte nicht die Fähigkeit eines Mittlers. Da er in seinem Geiste dem des Satans sehr nahe stand, konnten diese Mittler so zu ihm sprechen und sich als Gott und Schöpfer des Alls ausgeben. Auf diese Weise schuf Moses diese Schrift, in welcher seine eigenen Lügen und die seines Auftraggebers - des Satans - enthalten sind.
Ich schicke dies voraus, da ich sehe, das viele von euch über die Entstehung der jüdischen Schrift im Unklaren sind.
Dann steht in der Schrift, dass ein König Abimelech die neunzigjährige Sara Abrahams genommen habe, worauf dieser Gott des Nachts im Traum selbst mit dem Dieb verhandelte. Der König entschuldigte sich später bei ihm und sagte, dass er nicht gewusst habe, dass Sara Abrahams Weib sei. Er habe sie ihm als seine Schwester übergeben, und sie selbst hatte es auch bestätigt. Darauf erfuhr dieser allmächtige Gott erst, das Abraham selbst sein Weib verkuppelt hatte und gab zu, der König Abimelech habe es mit einfältigem Herzen getan. Der König stellte Sara wieder Abraham zurück und gab ihm darauf Rinder, Schafe, Knechte, Mägde und tausend Silberlinge.
Also seht, welche guten Kupplergeschäfte sogar mit einem neunzigjährigen Weib zu machen sind.
Auf diese Worte fing das Volk laut zu lachen an und gab lärmend seiner Meinung Ausdruck.
Nachdem wieder Ruhe eingetreten war, sprach Christus:
„Mich schmerzt es, solche Worte zu gebrauchen, doch wie soll ich euch die Augen öffnen, dass ihr alle diese erdichteten Begebenheiten als Lügen begreift und den Schöpfer dieser Schrift als Urheber alles Bösen erkennt.
Es steht weiter geschrieben, dass die neunzigjährige Sara dem hundertjährigen Abraham einen Sohn gebar und ihn Isaak nannte. Dieser wurde beschnitten, wie es Gott befohlen hatte.
Sara aber sprach: 'Gott hat mir ein Lachen gemacht und wer immer es hört, wird mit mir lachen.'
Seht, die vom Lügengott und Moses erdichtete Sara hätte recht gehabt, denn auch ihr lacht über diese Lüge.
Es folgt abermals ein Streit zwischen der eifersüchtigen Sara und ihrer Magd, dann wieder eine Prüfung Abrahams durch diesen Gott, der dem Hundertjährigen noch immer nicht traute und sich überzeugen musst, ob ihn dieser wirklich lieb habe.
Er sprach zu Abraham: 'Nimm deinen einzigen Sohn Isaak, den du lieb hast, und opfere ihn mir als Brandopfer.' Auf das soll Abraham den Isaak und das dazu nötige Holz genommen haben und drei Tage lang nach dem Ort gegangen sein, den ihm Gott anbefohlen hatte. Dort baute er einen Altar, legte das Holz darauf und über die Lage des Holzes den gebundenen Isaak. Jetzt streckte Abraham seine Hände aus und ergriff das Schlächtermesser, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief der Engel seines Gottes vom Himmel herab: 'Abraham, schone den Knaben, denn nun erkenne ich, dass du Gott fürchtest und deinen einzigen Sohn geopfert hättest um meinetwillen. Nimm den Widder, der mit den Hörnern in den Hecken hängt und opfere ihn mir statt Isaak.' Und Abraham tat, wie ihm geboten, wofür ihn dieser Gott lobte und segnete. Abermals sagte er zu Abraham: 'Ich habe mir selbst geschworen, deinen Samen zu vermehren wie die Sterne und wie den Sand, der an den Ufern des Meeres ist. Dein Same soll besitzen die Tore seiner Feinde und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Völker der Erde.'
Hört, was bezweckt der Satan mit diesem Lügenmärchen vom Isaak? Er will, das ihr euch vor ihm als dem allmächtigen Gott fürchtet und seinen Lügen glaubt. Ich sage euch: Erkennt den Lügner, dann braucht ihr ihn nicht zu fürchten.
Als nächstes wird berichtet, dass die hundertsiebenundzwanzigjährige Sara starb und der hundertsiebenunddreißigjährige Abraham sie beweinte und begrub. Dann wird für Isaak, der gar nicht lebte, ein Weib mit Namen Rebekka geworben. Der alte Abraham nimmt sich dieses zweite Weib, das ihm noch fünf Kinder geboren haben soll. Er stirbt dann als Hundertfünfundsiebzigjähriger und wird von seinen Söhnen in der doppelten Höhle gegenüber Mambre begraben.
Ich sage euch, dass Abraham mit siebzig Jahren gestorben ist. Er war kein Familienvater und infolge seiner geistigen Veranlagung als Mittler kein selbständiger Führer des Volkes, sondern ein unfreiwilliges Werkzeug des Satans, der mit Hilfe seiner jenseitigen Knechte durch ihn zu seinem Volke sprach und sich für einen allmächtigen Gott ausgeben ließ. Abraham graute vor dem abscheulichen Geiste, der durch ihn - als den Mittler - kam und gegen den er sich nicht wehren konnte. Aus Verzweiflung darüber machte er seinem irdischen Leben selbst ein Ende.
Ihr seht damit, dass so ziemlich alles von Abraham und seiner Familie in der Schrift Erzählte erlogen ist. Moses hat es erdichtet und von dem Lügner - seinem Gott - bestätigen lassen.

Betrachten wir weiter die Schrift, so hören wir von Samen, Gebären, Verkaufen der Erstgeburt, Segnen, Fluchen, Feilschen, Streiten, Himmelsleiter, Unfruchtbarkeit, Kebsweibern, Zeugung gefleckter, bunter und schwarzer Schafe und Ziegen, Stehlen, Betrügen, Vorhautbeschneidung, Schändung einer Dirne, Blutbad, Rauferei mit Gott und so fort. In solchem Geiste spricht also eure Schrift, die ihr heilig nennt und eine Offenbarung Gottes haltet.
Es wird berichtet, dass dem Isaak, der ja gar nicht lebte, Zwillinge geboren wurden, die bereits im Mutterleib stritten. Der zuerst das Licht der Welt erblickte war rötlich, ganz rauh wie ein Pelz und hieß Esau. Der andere kam sogleich nach ihm und hielt die Ferse seines Bruders in der Hand; und darum wurde er Jakob genannt.
Esau verkaufte im späteren Alter seine Erstgeburt für ein Linsengericht an Jakob. Dieser musste später wegen Betrugs in ein fremdes Land fliehen. Unterwegs träumte ihm von der Himmelsleiter, auf welcher der Gott Abrahams spazieren ging und zu ihm sprach, dass sich sein Same gleich dem Staube der Erde ausbreiten werde. Jakob erwarb mehrere Weiber, wurde deshalb reich an Vieh und Gold und zog schließlich heimwärts zu seinem Bruder. Auf der Heimreise musste er mit seinem Gott eine ganze Nacht ringen, und seht, er besiegte ihn! Der arme Gott musste ihn, da schon Morgenröte anbrach, bitten, dass er ihn loslasse. Jakob ließ den mit ihm ringenden Gott los, der ihn sogleich segnete und zu ihm sprach: 'Du hast mich, deinen Gott besiegt, so sollst du nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, das heißt Gottüberwinder.' Als Jakob weiterzog, hinkte er an einem Fuß, weshalb die Kinder Israels bis auf den heutigen Tag die Sehne von geschlachteten Tieren nicht essen.
Seht euch diese dummen Lügen an, nach welcher der, den ihr Gott nennt, mit Jakob die ganze Nacht gerungen haben soll, so dass er mit seiner Hand dem Jakob das Gelenk der Hüfte verrenkte. Wie hätte das vor sich gehen können, da dieser Gott keinen festen irdischen Körper zum Ringen hat?
Der Lügner selbst kann im Indischen keine Anpassung finden, die auf sein verunstaltetes Wesen abgestimmt wäre. Er kann daher niemals mit Menschen ringen. Könnte er es, so würde er auch mit euch ringen, und keiner von euch hätte mehr gerade Glieder.
Jeder von euch, der an diesen Gott glaubt, wird nach dem irdischen Absterben, falls er weiterhin dessen Knecht bleibt, die Gelegenheit haben, in sein Reich zu kommen. Dort kann er mit seinem Gott so lange ringen, bis er Sieger geworden ist und erkannt hat, das er es mit dem Satan zu tun hatte. Gelingt es ihm, so ist er ein wahrer Israel also: Überwinder dieses Gottes. Er hat dann die Wahrheit erkannt und wird dann den geraden Weg zu mir, in meine Welt gehen, wo er nicht mehr ringen braucht, wo ihm jeder in der Nächstenliebe entgegenkommt und er in Frieden und Glückseligkeit ewig leben kann.
Mit diesem Lügenmärchen will euch dieser Gott aneifern, mit allen Völkern zu ringen, die nicht wie ihr an der Vorhaut beschnitten und anderer Meinung sind; deshalb spricht er auch: 'Wie viel mehr wirst du Menschen bezwingen, wenn du sogar Gott bezwingst!'
Ich sage euch: Wohl einem jeden, der bereits als Mensch die Wahrheit über mich erkannt hat, sich in meinem Geiste der Nächstenliebe betätigt und dem Satan, der euer Gott sein will, nicht glaubt. Diesem bleibt nach seinem irdischen Ableben im Jenseits viel Furcht, Angst, Verzweiflung, Leid und Schmerz erspart.
Nachher steht geschrieben, wie Jakobs Söhne alle Männer der Stadt Salem zur Beschneidung verleitet und sie nachher ermordet haben. Dann folgt wieder ein Bündnis dieses Gottes mit Jakob und es werden Namen der Kinder Jakobs genannt, die gar nicht lebten. Isaak stirbt als hundertsechzigjähriger Greis, und darauf folgt ein Geschlechtsregister, um den Anschein zu erwecken, das sie alle gelebt hätten.

Das Lügen aber geht weiter. Wir hören über einen Streit zwischen den Söhnen Jakobs über den keuschen Joseph, wie ihn seine Brüder dem Pharao verkauften, über die Blutschande Judas, über die weise Auslegung von Träumen Pharaos durch Joseph, der später sehr reich geworden ist, über Reisen nach Ägypten und über den Tod Jakobs, der gar nicht lebte.
Hört, ihr Oberen und Rabbi! Ich sage euch, dass alle diese ungeschichtlichen Märchen eurer Schrift - von der Schöpfung bis zu Moses - erlogen sind. Eure Väter lebten bis zur Zeit Moses in Ägypten. Erst dieser Knecht eures Gottes hat das dort zerstreut lebende Hebräervolk vereinigt und zog mit ihm raubend und plündernd aus Ägypten bis zum Jordan.
Moses wurde in Ägypten geboren. Zu dieser Zeit bewohnten die Hebräer das ganze Land Ägypten. Sie hatten den Ägyptern beinahe alles Gold und Silber abgenommen. Was sie nicht geraubt hatten, wurde ihnen durch Wucher und Betrug zuteil. So unterlagen viele Pharaonen dem Feilschen der Hebräer und gerieten dadurch in ihre Abhängigkeit. Dem Pharao Athemetha, dessen Name Mathesma war, erging es ebenso. Er lieh sich von den Hebräern Geld; er musst sich dagegen verpflichten, den Hebräer Zamprei als Schatzmeister anzustellen und ihm zusätzlich seine Tochter Mihai zum Weibe geben.
Die betrügerische Ausbeutung der bodenständigen Bevölkerung durch die Hebräer hatte schließlich bewirkt, dass sich die Ägypter gegen sie - ja selbst gegen den Pharao - immer mehr auflehnten und bei einem Tumult den hebräischen Schatzmeister Zamprei erschlugen. Sein Weib Mihai hatte von ihm einen Knaben, der zu dieser Zeit ein Jahr alt war und mit dem Namen Methse gerufen wurde. Der Knabe wurde im Hause des Pharao erzogen. Doch gaben ihm bald die verwandten Hebräer seine hebräische Abstammung zu verstehen und entzündeten in ihm den Haß gegen seine Umgebung.
Mit achtzehn Jahren lehnte sich Methse gegen Pharao auf und ging zu dem israelitischen Führer Neptalai, der ihn mit Freuden aufnahm. Methse wurde jetzt Moses genannt und durch sein rücksichtsloses und erbarmungsloses Auftreten zum Führer der israelitischen Räuberbanden bestimmt. Er leitete nachher alle Raubzüge der Israeliten sowie deren Auszug aus Ägypten. Das Volk hatte ihn zum Propheten ausgerufen und der Satan somit in ihm einen würdigen Stellvertreter auf Erden gefunden. Dies ist die wahre Herkunft und Mission des Moses.
Dass Moses ein Meister im Lügen war, habt ihr vorhin gehört. So betrachten wir die von ihm und seinem Gott verfasste Schrift weiter:

Es steht in ihr geschrieben, dass Moses aus dem Hause Levi stamme, als kleines Kind von der Tochter eines nicht genannten Pharao in einem schwimmenden Korb gefunden und auf diese Weise in das Haus des Pharao gekommen wäre. Dann, dass nicht die Ägypter von den Hebräern beraubt und betrogen wurden, sondern dass umgekehrt die Ägypter die Hebräer beraubt und betrogen hatten. Der Gott Israels wurde erst durch das Geschrei und Seufzen seiner Gezeichneten aufmerksam und dachte zurück an den Bund mit Abraham. Er sah wieder die Kinder Israels und erkannte sie.
Seht, wie faul dieser Gott ist. Erst durch viel Geschrei und Seufzen könnt ihr ihn zum Denken bringen, dass er euch erkennt.
Nun beginnt die Geschichte vom brennenden Dornbusch auf dem Berge Horeb, wo dieser Gott in einer Feuerflamme zu Moses sprach. Er rief ihn mit Namen und sagte: 'Nahe nicht herzu, löse deine Schuhe von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land. Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.' Moses aber verhüllte sein Angesicht, damit er diesen Gott nicht sehe. Und der Gott Israels versprach, ihm alle die Länder zu geben, welche er schon Abraham versprochen hatte. Dabei nannte er Völker wie die Kanaaniter, Hethiter, Amorhiter, Phereziter, Heviter und Jebusiter, welche bis auf einige Ausnahmen Essener waren und ein friedliches Leben führten. Der Lügner spricht von Ländern, die von Milch und Honig fließen, weil sie von den Hebräern nicht bewohnt und daher nicht ausgeraubt waren.
Moses fragte dann den Gott, wie er heiße, bekam aber zur Antwort: 'Ich bin, der ich bin. Sage den Söhnen Israels: Der da ist, hat mich zu euch gesandt.' Dafür erklärte er Moses, wie er die Ägypter ausrauben und nachher aus Ägypten fortziehen solle.
Es steht weiter geschrieben, dass den Hebräern in Ägypten das grausame Schlachten von Tieren und die Brandopfer verboten wurden und dass sie selbst drei Tagesreisen weit in der Wüste ihrem Gott nicht opfern durften. Der Gott Israels schickte Moses zum Pharao, dafür die Erlaubnis zu erwirken und lehrte ihn zaubern, damit die Ägypter glauben sollten, der Gott Abrahams sei ihm erschienen. Moses widersetzte sich, dies zu tun und sagte, dass sie ihm doch nicht glauben würden. 'Ich bin nicht beredsam von jeher und seit du geredest zu deinem Knecht ist meine Zunge langsamer und schwerer.' Da sprach dieser Gott zu ihm: 'Wer hat des Menschen Mund gemacht? Oder, wer macht stumm und taub, sehend oder blind? Nicht ich?' Da Moses dessen ungeachtet nicht gehen wollte und das Zaubern nicht erlernte, wurde der Gott Israels zornig und sprach zu ihm: 'Nimm den Aaron mit. Ich will durch seinen Mund sprechen und euch zeigen, was ihr tun sollt.'
Hier findet ihr es bestätigt, wie und durch wen dieser Gott zu Moses sprach. Aaron war der irdische Mittler und das Werkzeug, durch welches der Satan mit Hilfe seiner ihm im Geiste nahestehenden jenseitigen Wesen zu Moses und zum Volke hat sprechen können.
Dann wird erzählt, wie Moses und Aaron zum Pharao gingen, ihm verschiedenes vorzauberten und dabei nichts erreichten.
Ich aber sage euch: Als Moses mit Aaron zum Pharao kam, sprach einer der Knechte dieses Gottes durch den Mund Aarons zum Pharao: 'Lasse mein Volk ziehen, dass es mir opfere in der Wüste.' Pharao aber fragte, wer da spreche? Er bekam zur Antwort: 'Der Gott Israels!' Pharao erwiderte: 'Ich kenne dich nicht! Ich kenne allerdings dein Volk, die Hebräer. Diese sind Räuber und Betrüger und wollen nicht arbeiten. Das bodenständige Volk ist gegen sie aufgebracht und will sich das Berauben und Betrügen nicht länger bieten lassen. Du musst ein sonderbarer Gott sein, wenn du an dein Volk ein solches Ansinnen stellst. Hier in Ägypten ist das grausame Opfern verboten. Übrigens wollen wir Ägypter mit einem so bösen Gott nichts zu tun haben.'
Darauf sprach dieses sich für Gott ausgebende Wesen: 'Israel ist mein erstgeborener Sohn. Wenn du mein Volk nicht zum Opfern ziehen lässt, so werde ich deinen erstgeborenen Sohn töten.' Pharao erwiderte ihm: 'Du kannst drohen, wie du willst, das Opfern ist und bleibt verboten. Wir haben gute Götter, die uns davor beschützen werden. In Hinkunft werden die Ägypter den Hebräern keinen Weizen, ja nicht einmal mehr Stroh verkaufen. Die Hebräer möchten nur von anderer Hände Arbeit leben, selbst aber nicht arbeiten. Sie sollen von nun an selbst den Acker bebauen.'
Moses verließ mit dem Mittler das Haus Pharaos und lehnte sich gegen seinen Gott auf. Er sagte zu ihm: 'Warum hast du uns mit Pharao verfeindet? Er tut jetzt sehr übel an deinem Volke und du hast es nicht errettet.' Darauf sprach dieser Gott: 'Nun sollst du sehen, was ich Pharao tun werde. Durch starke Hand wird er sie ziehen lassen und durch mächtige Hand wird er sie wegtreiben aus seinem Lande. Sage den Kindern Israels, dass ich der allmächtige Gott bin, aber meinen Namen Adonai habe ich ihnen noch nicht offenbart. Ich werde sie hinausführen aus dem Land Ägypten und bringen in das Land, worüber ich meine Hand erhoben habe. Ich will euer Gott sein und ihr sollt es wissen, dass ich euer Gott bin!'
Moses entgegnete ihm: 'Das Volk Israels hört nicht auf mich und auch nicht auf dich.'
Seht, das ist ein Gespräch von eurem Gott. An diesen wenigen Worten solltet ihr bereits erkennen, wie einfältig und verlogen er ist.
Nach diesem Teil erscheint in eurer Schrift wieder ein Geschlechtsregister mit vielen Namen und weiter berichtet sie über das Gebären der Hebräerweiber. Dann wird Moses von Gott zum Gott über Pharao und Aaron zum Propheten eingesetzt und beide werden nochmals mit neu erlernten Zauberkunststücken zum Pharao geschickt.
Hier findet ihr es abermals bestätigt, dass Aaron dem Moses als Mittler und Werkzeug diente.
Moses zauberte dem Pharao verschiedenes vor, um die starke Hand des Gottes Israels zu zeigen. Daraufhin ließ Pharao ägyptische Zauberer holen, die besseres konnten. Pharao lachte Moses und Aaron aus und sagte ihnen, sie sollten ihrem dummen Gott übermitteln, dass der kleinste ägyptische Zauberer besser zaubern könne, als der Gott Israels.
Und als es ihm Moses sagte, erwiderte dieser Gott, dass er selbst das Herz des Pharao verstockt habe, um die Hebräer nicht gleich ziehen zu lassen. Moses und Aaron wurden nochmals von ihm zum Pharao geschickt, um ihn durch weitere Zaubereien einzuschüchtern. So warf Aaron eine rote Farbe ins Wasser, worauf Moses mit dem Zauberstab aus dem Wasser Blut erzeugte. Dann wurden Frösche, Mücken und anderes Ungeziefer gezaubert. Dieser Gott hat Moses und Aaron sogar anbefohlen, sie sollten Fäuste voll Ruß aus dem Ofen nehmen und vor Pharao gegen den Himmel werfen. Als sie dies taten, wurden der Pharao mit den anwesenden Zauberern und dem Vieh rußig gemacht, als ob sie schwarze Blattern hätten. Da der Pharao und seine Zauberer den Kunststücken dieses Gottes keine Beachtung schenkten und Moses mit Aaron auslachten, versuchte Moses noch durch Zaubern von scheinbarer Pest, Heuschrecken, Donner und Hagel den Pharao einzuschüchtern. Dieser ließ trotz allem die Hebräer nicht opfern und sagte schließlich zu Moses: 'Es ist genug der Narretei und Drohung eures Gottes. Komme mir nicht mehr vor meine Augen, sonst musst du sterben. Wir haben genug von euch und eurem Gott!'
Hört, ihr Judenoberen und Rabbi, welch ein schlechter Zauberer euer Gott ist. Ihr versucht, nach der Schrift den Gläubigen wahrzumachen, dass durch die Zauberei eures Gottes ganz Ägypten betroffen war. Ich sage euch, ihr Heuchler, dass kein Ägypter durch den Zauberstab Aarons betroffen wurde oder Schaden erlitten hatte.
Weiters steht geschrieben, dass die Hebräer von den Ägyptern geplagt wurden, aber gerade das Gegenteil war der Fall. Weil sich die Ägypter endlich wehrten und sich gegen die Hebräer erhoben, um sich das zu holen, was ihnen diese geraubt und durch Betrug abgenommen hatten, nennt ihr es eine Unterdrückung eures Volkes.

Wir kommen zur Stelle, wie über Befehl dieses Gottes der Auszug der Hebräer aus Ägypten, das Sterben aller Erstgeburten der Ägypter und der Raub von Gold und Silber beschlossen wurde. So steht geschrieben, dass in ganz Ägyptenland ein großes Geschrei sein werde, wozu ein Lamm gestiftet und nach Erwürgung der Erstgeburt der Auszug aus Ägypten den Anfang nehmen werde.
Was sagt ihr Oberen und Rabbi dazu? Hier gibt der Gott Israels selbst die Aufforderung und Anordnung, wie das Morden und die Beraubung der Ägypter vor sich gehen solle.
Er lässt durch Moses und Aaron dem Volk sagen, dass ein jeglicher am zehnten Tag ein Lamm, das ein Männlein ohne Fehler und ein Jahr alt sein muss, nehmen und am vierzehnten Tag gegen Abend schlachten solle. Jegliches Häuflein der Israeliten im ganzen Land solle es tun und mit dem Blute die Türpfosten des Hauses bestreichen. Das Fleisch müsse in derselben Nacht gebraten, nicht mit Wasser gesotten und dann mit ungesäuertem Brot gegessen werden. Dabei soll jeder um die Lende gegürtet sein, die Schuhe an den Füßen haben und einen Stab in den Händen halten, denn es ist des Herrn Vorübergang. Der Herr wird in derselben Nacht durchs Ägypterland gehen und alle Erstgeburten schlagen. Das Blut an den Türpfosten der Häuser solle das Zeichen sein, dass hier Israel wohne, und wenn der Herr das Blut sähe, so geht er vorüber und lasse die Plage nicht widerfahren gegen die Bewohner des Hauses.
Außerdem hat dieser Gott Israel angeordnet, dass dieser Tag der Ermordung und Beraubung von Ägyptern ewiglich durch Darbietung von Blutopfern zu feiern ist und an diesen Tagen kein gesäuertes Brot gegessen werden darf. Wer die Anordnung nicht einhält, dessen Seele soll ausgerottet werden. Wir hören weitere Anordnungen dieses Gottes über die Vorhautbeschneidung, Heiligung der Erstgeburt für ihn, und zwar eines Männleins bei Menschen und Vieh. Die Erstgeburt des Esels soll mit einem Schaf gelöst werden; wo es aber nicht gelöst wird, soll ihm das Genick gebrochen werden. Dann kommt die wunderbare Erzählung über die Wolken und die Feuersäule des Herrn sowie über den Durchzug durchs Rote Meer und Pharaos Untergang.
Über diese vielen Lügen zu sprechen erübrigt sich; doch will ich euch kurz über diese Vorgänge die Wahrheit sagen.
Ich habe euch erklärt, dass die Hebräer im ganzen Lande Ägypten verbreitet waren und vom Ertrag durch Wucher, Raub und Betrug gut lebten. Sie hatten den Bewohnern fast alles Gold und Silber abgenommen und unterdrückten das ägyptische Volk immer mehr. Dieses wehrte sich endlich und lehnte sich gegen die Unterdrücker auf. Dies war um die Zeit, als Moses lebte, den die Hebräerstämme zum Propheten und Führer ausgerufen hatten. Dieser und sein durch Mittler zu ihm sprechende Gott legten sich einen Plan zurecht, das Land Ägypten durch Hinterlist, Gewalt und Mord ganz auszurauben und in jenes Land zu ziehen, das ihnen dieser Gott bereits durch Abraham versprochen hatte, nämlich jenes Land, wo Milch und Honig fließen solle.
So wurde durch Moses alles ausgekundschaftet und dann dem Hebräervolk gesagt, wie es in kleinen Gruppen gegen Sukoth zu ziehen habe, dabei die Ägypter zu überfallen, zu morden und zu berauben hatte. Das Blut an den Häusertüren sollte den ziehenden Horden als Zeichen dienen, dass in diesen Hebräer wohnen, welche auf sie warten, um mit ihnen zu ziehen und ebenfalls das Gleiche zu tun. Auf diese Weise sollte alles Männliche, das nicht beschnitten war, ermordet werden, wodurch die Hebräerstreiter immer mehr, die Ägypter, die unvorbereitet wären, dadurch überrascht und immer weniger würden.
So geschah es auch. Das war der Vorübergang des Herrn, wobei der Gott Israels durch seine Knechte die Ägypter schlug. Das Heer der ägyptischen Streiter war dabei nicht untätig und zog planmäßig den ziehenden Horden nach, und zwar bis zum unteren Nil. Zwischen dem Großen und dem Roten Meer sind die ägyptischen Streiter den Hebräern zuvorgekommen und sperrten ihnen den Weg gegen Osten ab. Sie umzingelten sie und nahmen ihnen den gesamten Raub an Silber, Gold und Vieh ab. Jeder zehnte Hebräer wurde erschlagen und ins Rote Meer geworfen.
Moses und den Ältesten gelang es, auf einige geraubte Schiffe zu flüchten und mit diesen das andere Ufer des Roten Meeres zu erreichen. Mit dem Teil des Raubes, den sie mitführten, mussten sich Moses und sein Anhang von den Philistern loskaufen. Es blieb ihnen dadurch nichts von ihren Schätzen übrig.
Die ägyptischen Streiter drängten die überlebenden Hebräer über die Landenge gegen Osten, welche zwischen dem Großen Meer und dem Roten Meer liegt, und ließen keinen Hebräer zurück.
Dies war der nach der Schrift so wunderbar geschilderte Durchgang über das Rote Meer. Wahrlich, es ist niemandem bei diesem Durchgang über die Landenge zwischen den beiden Meeren der Fuß nass geworden, denn ihr könnt heute noch diese Stelle trockenen Fußes passieren!
Wäre euren Vätern der Raubzug gelungen, hätten sie auf keinen Fall nach sieben Tagen nichts zu essen gehabt. Euer Gott mit seinem Knecht Moses schämte sich, euch die Wahrheit darüber zu hinterlassen, und so musste die dumme Lüge vom Untergang der Ägypter im Roten Meer in die Schrift kommen.
Seht, ihr Oberen und Rabbi! Auf diese Weise haben damals eure Väter und euer Gott gewütet, und ihr feiert bis auf den heutigen Tag dieses abscheuliche Morden und gemeine Rauben als ein heiliges Blutfest. Euer Gott hat es eben anbefohlen, dass ihr ihm an diesem Tag Ströme von Blut opfert zu seinem über-süßen Geruch.
Ich sage euch, dass nach euch andere Obere und Rabbi kommen werden, die sich nach mir Christen nennen, mit den Juden gleichzeitig jubeln und sprechen werden:
'Oh, du wahrhaft selige Nacht, welche die Ägypter beraubte und die Hebräer bereicherte!'
An einer anderen Stelle in der Schrift findet ihr es bestätigt, dass die Ägypter das Geraubte den Hebräern abgenommen hatten. Dort heißt es, dass das Volk sonst nichts als ungesäuertes Brot zu essen hatte, das für sieben Tage reichte, und ihr deshalb heute noch sieben Tage feiert und dabei ungesäuertes Brot essen müsst.
Es steht weiter geschrieben, dass die Kinder Israels wider Moses und Aaron murrten und sprachen: 'Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben und hätten die Fülle Brot zu essen, das genügend vorhanden war. Warum habt ihr uns in diese Wüste geführt? Wollt ihr die ganze Gemeinde Hungers sterben lassen?'
Darauf folgt ein weiteres Lügenmärchen von Wachteln und Manna, welche dieser Herr den murrenden Kindern Israels statt des Fleisches und Brotes gegeben hat, und wie trotzdem die Gemeinde mit Moses zankte, so dass er zum Herrn, seinem Gott, schrie: 'Wie soll ich mit dem Volke tun? Es fehlt nicht viel und sie werden mich noch steinigen.'
Ich sage euch: Die Wachteln und das Manna waren in Wirklichkeit das friedliche Volk der Amalekiter, welches von den verhungerten Hebräern hingeschlachtet und beraubt wurde. Darnach konnte der Knecht Moses wieder seinem Herrn Vieh opfern, zu seinem über-süßen Geruch.

Wir kommen jetzt zu den Begebenheiten auf dem und um den Berg Sinai. Laut eurer Schrift stieg Moses den Berg hinauf zu Gott, der zu ihm sprach:
'Wenn ihr meine Stimme hört und meinen Bund haltet, so sollt ihr mir zum Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst.'
Moses rief sodann die Ältesten aus dem Volke zusammen und erklärte ihnen, was der Herr alles gesprochen hatte. Nachher übermittelte er wieder die Antwort des Volkes dem Herrn. Auf das teilte der Herr Moses mit, dass er in einer dicken Wolke erscheinen werde. Moses solle zum Volke gehen und es heute und morgen heiligen, ferner veranlassen, dass alle ihre Kleider wüschen und bereit seien auf den dritten Tag; denn an diesem werde der Herr vor allem Volke herabfahren auf den Berg Sinai. Dazu unterrichtete Gott Moses mit folgenden Worten:
'Mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihm: Hütet euch, dass ihr nicht auf den Berg steigt, noch sein Ende anrührt; denn wer den Berg anrührt, soll des Todes sterben. Keine Hand soll ihn berühren; wer es tut, der soll gesteinigt oder mit Geschoß erschossen werden, gleichgültig, ob es Tier oder Mensch sei. Wenn es lange tönen wird, dann sollen alle an den Berg gehen.'
Und Moses stieg vom Berge zum Volke, heiligte es und sagte: 'Seid bereit für den dritten Tag und keiner nahe sich seinem Weibe!'
Als nun der dritte Tag kam, erhob sich ein Donnern und Blitzen, eine dicke Wolke bedeckte den Berg und der Schall der Posaunen ertönte immer heftiger, so dass sich das Volk fürchtete. Der ganze Berg Sinai rauchte, weil der Herr mit Feuer herabfuhr auf den Berg; sein Rauch ging auf wie von einem Ofen. Der Posaunenton ward immer stärker und Moses redete mit Gott. Dieser forderte ihn auf, weiter auf die Spitze des Berges zu steigen. Dann befahl er Moses, den Berg noch einmal hinabzusteigen und das Volk zu warnen, dass niemand die Schranken übersteige, um den Herrn zu sehen, und dadurch umkomme.
Darauf machte Moses diesen sich für den Schöpfer der Welt ausgebenden Gott aufmerksam, dass das Volk gar nicht auf den Berg heraufkommen könne, denn du hast es bezeugt und anbefohlen mit den Worten: 'Setze Schranken um den Berg und heilige ihn.' Dieser Gott verlangte trotzdem von Moses, dass er hinabsteige und dann mit Aaron wieder heraufkomme. Die Priester und das Volk sollten die Schranken nicht übersteigen und nicht hinaufkommen zum Herrn, damit er sie nicht etwa töte.
Nachdem alles geschehen war, sprach dieser Gott die folgenden Worte:
'Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis von dem machen, was im Himmel oben oder auf Erden unten oder was unter der Erde im Wasser ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen, denn ich bin der Herr, dein Gott, ein starker und eifernder Gott, der die Missetaten der Väter an den Kindern straft bis ins dritte und vierte Geschlecht bei denen, die mich hassen, und Barmherzigkeit übt bei denen, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht eitel nennen. Gedenke, dass du den Sabbattag heiligst. Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dass du lange lebst im Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten, noch sein Weib, noch seine Knechte, noch seine Ochsen, noch seinen Esel.'
Die Schrift berichtet, dass sich alles Volk vor dem Donner, Blitz, Rauch und Schall der Posaunen fürchtete und dass die Söhne Israels zu Moses sprachen: 'Rede du mit uns, wir wollen jetzt gehorchen, und lasse Gott nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben.' Moses antwortete dem Volke: 'Fürchtet euch nicht! Gott ist gekommen, um euch zu prüfen und damit seine Furcht in euch sei und ihr nicht sündigt.'
Das Volk stand von ferne; Moses aber ging ins Dunkle, worin Gott war.

Schaut euch diese schauerliche Erzählung vom Berge Sinai an! Selbst aus den Worten der Schrift könnt ihr erkennen, welche Täuschung des Hebräervolkes durch diesen Gott und seinen Knecht Moses vor sich ging. Ihr staunt heute noch darüber, dass es auf einmal in der Schrift heißt 'Du sollst nicht töten! Du sollst nicht stehlen', wo es vorher und nachher von diesem Gott immerfort anbefohlen wird: 'Raube, töte und bringe mir Blut- und Brandopfer zu meinem über-süßen Geruch.'
So will ich euch nun kurz erklären, wieso das geschehen konnte und weshalb das Theater von Moses und seinem Gott auf dem Berge Sinai veranstaltet wurde:
Moses mit seinem Gott hatte beim Volk kein Vertrauen mehr. Durch das Misslingen des Raubzuges in Ägypten wurden die Hebräer gegen Moses und seinen Gott aufgebracht und bedrohten Moses mit dem Tode. Sie konnten das gute Leben in Ägypten nicht vergessen und waren sehr erzürnt, dass er sie schlecht geführt hatte. Moses besaß außer Aaron noch andere Mittler, so auch Mirjam, welche zugleich seine Liebe war. Durch diese sprachen öfter gute Wesen des Jenseits zu ihm. Solche Worte waren:
'Lasst ab von dem bösen Geisteswesen, denn dieses ist ein Verführer und Lügner. Der wahre Gott ist jener, der die Wahrheit und Nächstenliebe lehrt. Er ist allgütig, ihm sind alle Menschen gleich. Höre auf, mit dem Volke zu rauben und zu morden. Wenn ihr von der Betätigung im bösen Geiste nicht ablasst - wo werden du und dein Volk hinkommen? Ihr werdet immer mehr untereinander streiten, einer wird den anderen morden und du wirst ebenfalls die Auswirkung des bösen Geistes auskosten müssen, denn: Was du säst, das wirst du ernten'.
Darauf haderte Moses mit seinem Gott und sagte unter anderem zu ihm: 'Wenn du dem Volk nicht ein Gesetz gibst, das dieses Morden und Rauben untereinander verbietet, so will ich mit dir nichts mehr zu schaffen haben, denn bei dem herrschenden Geist bin ich meines Lebens nicht mehr sicher.'
Gott beschwichtigte Moses und einigte sich mit ihm auf die sogenannten zehn Gebote, wozu das Manöver auf dem Berge Sinai herhalten musste. Moses ließ Holz und Pech zum Feuern auf den Berg bringen, mit welcher Handlung dann der Herr und Gott Israels den um den Berg lagernden Hebräern in einer Rauch- und Feuerwolke unter Posaunenschall gezeigt wurde. Den Blitz und den Donner hatte Moses durch aufgenommene Nicht-Hebräer bewerkstelligen lassen, indem diese in stark erhitztes Fett Wasser hineingegossen und dadurch Explosionen verursachten. Da von den Hebräern außer den Vertrauten des Moses unter Todesstrafe niemand auf den Berg hinaufgehen durfte, konnte dieser Betrug leicht durchgeführt werden.
Bedenkt, wie traurig es um diesen Gott bestellt ist, wenn ihn sogar Moses zwingen musste, Gesetze zur Einstellung des Mordens und Stehlens unter dem eigenen Volke zu erlassen. Das Hebräervolk war damals bereits so weit von diesem abscheulichen Geiste vergiftet, dass bei ihm ein gemeinschaftliches Leben unmöglich wurde und Moses selbst seines Lebens nicht mehr sicher gewesen ist. Mit diesen Geboten klagt sich euer Gott selbst an, indem er den in seinem Geiste der Lüge und Bosheit sowie des Raubes, der Mord- und Blutgier Tätigen das Morden, Rauben und Stehlen verbieten musste.
Diese Gebote, welche ihr Oberen und Rabbi für das Erhabenste an Sittlichkeit haltet, bilden einen Schatten in der 'geistigen Finsternis' eurer Schrift. Sie behandeln nur irdische Dinge, hauptsächlich jene, wie ihr den Verführer fürchten, verehren und ihm - unter Strafandrohung bis ins vierte Geschlecht - Sklavendienste leisten sollt. Ihr hält trotzdem treu den Bund mit ihm ein, weil ihr selbst seinem Geiste der Lüge und Bosheit nahe steht. Ihr, die Priester und Stellvertreter dieses Gottes, seid diejenigen, die dem Satan sein Königreich auf Erden aufbauen helft, damit seine Gelüste der Rache und Vergeltung sowie der Mord- und Blutgier vollauf gestillt werden. Nicht umsonst sagen alle Völker, die ihr Gottlose und Heiden nennt, dass ihr und euer böser Gott der größte geistige Auswurf seid.
Wie heuchlerisch und verlogen dieser euer Gott ist, berichtet die Schrift im Nächstfolgenden, wo es heißt: 'Darnach sprach der Herr zu Moses: Sprich zu den Söhnen Israels: Ihr habt gesehen, dass ich vom Himmel mit euch geredet. Macht euch keine silbernen und goldenen Götter. Einen Altar von Erde macht mir und opfert darauf Brandopfer und Friedopfer von euren Schafen und Rindern, damit mein Name gefeiert werde. Das sind die Gesetze, die du dem Volke vorlegen sollst. Wenn du einen hebräischen Knecht kaufst, so diene er dir sechs Jahre, im siebenten Jahre soll er frei sein. Hat aber der Herr ihm ein Weib gegeben und hat dieses ihm Söhne und Töchter geboren, so sollen das Weib und ihre Kinder dem Herrn sein, er aber soll in seinem Kleide austreten. Sagt aber der Knecht: Ich liebe meinen Herrn, mein Weib und meine Kinder, ich will nicht frei werden, so führe ihn der Herr vor die Götter, stelle ihn vor die Türpfosten und durchbohre sein Ohr mit einer Pfrieme, und er soll sein Knecht sein immerdar. Hat jemand seine Tochter als Magd verkauft und diese ist missfällig in den Augen des Herrn, dem sie übergeben worden, so soll er sie entlassen, aber an ein fremdes Volk sie zu verkaufen soll er nicht die Macht haben.'
Was sagt ihr Oberen und Rabbi zu dieser Sklaverei, welche euer Gott anbefiehlt? Wer viel Hab und Gut besitzt, dem hilft euer Gott; der Arme jedoch wird von ihm als Sklave behandelt. Das Weib ist bei ihm vollkommen entrechtet und dem Vieh gleichgestellt.

Weitere, den vorhergesagten zehn Geboten entgegengesetzte Gebote dieses Gottes lauten: 'Wer einen Menschen erschlägt und willens war, ihn zu töten, der soll sterben. Hat er ihm aber nicht nachgestrebt, sondern hat ihn Gott in seine Hände fallen lassen, so will ich dir einen Ort bestimmen, dahin er fliehen soll. Wer einen Menschen bestiehlt und des Diebstahls überführt wird, soll sterben. Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll sterben. Wer seinen Knecht oder seine Magd schlägt, dass sie sterben unter seiner Hand, der soll des Verbrechens schuldig sein; wo sie einen oder zwei Tage überleben, soll er nicht gestraft werden, denn sie sind sein Geld. Wenn Männer sich zanken und einer verletzt ein schwangeres Weib und macht, dass ihr die Frucht abgehe, sie aber bleibt am Leben, so soll er den Schaden tragen; wenn aber ihr Tod eintritt, so soll er Leben geben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule. Wenn jemand das Auge seines Knechtes oder seiner Magd zerstört und sie einäugig macht, so soll er sie frei entlassen für das Auge, das er ausgeschlagen; dasselbe gilt für einen Zahn.'
So folgen Gebote und Gesetze über stoßende Ochsen, Diebstahl von Schafen, Ochsen, Eseln, Geräten und Geld, über weidendes Vieh, Jungfrauenverführung und Beischlaf. Weitere Gebote über Zauberer, die man nicht leben lassen soll. Wer mit einem Tier zu tun hat, soll sterben; sowie auch derjenige, der anderen Göttern opfert und nicht dem Herrn, diesem Gott, allein. Wahrlich, ich sage euch: Tiefer kann der erkenntnisfähige Mensch nicht sinken, als wenn er den rachsüchtigen und mordgierigen Geist dieses Gottes für gut und göttlich hält. Für den ist mein Kommen als Mensch, für den sind meine Worte der Wahrheit und meine Werke der Nächstenliebe umsonst.
Ich wiederhole noch einmal, dass mein Geist der Wahrheit und Nächstenliebe vollkommen ist und Gebote und Verbote der Entlohnung und der Bestrafung weder kennt noch braucht, da sich jeder ohne Zwang - also freiwillig - in ihm betätigen kann. Die Wahrheit ist von Ewigkeit und wird ewig unveränderlich bleiben. Sie macht jeden frei und kennt keine Herren und Knechte, sondern nur Brüder und Schwestern.
Merkt euch: Die Wahrheit ist mein Eigentum; sie ist mit der Nächstenliebe unzertrennlich. So wie ich, das vollkommene, im Geiste größte Wesen, allen Geisteswesen in der Nächstenliebe diene, so bemüht euch, dass einer dem anderen genauso gerne in ihr helfe. Denn nur so könnt ihr des Friedens teilhaftig sein, und zwar zuerst als einzelne jeder für sich, dann als Familien und zuletzt als Völker. Darum erkennt die Wahrheit über mich und das ewige Leben, und in dieser Erkenntnis dient euren Nächsten.
Jeder ist euer Nächster, der eure Hilfe braucht und sie nicht boshaft ablehnt. Seid gegen niemanden rachsüchtig, fordert keine Vergeltung, sondern verzeiht jedem.
Weiter spricht dieser Gott und Herr: 'Ihr sollt den Göttern nicht übel nachreden und den Fürsten eures Volkes nicht fluchen. Die Zehnten und die Erstlinge sollt ihr ohne Zögern geben und den Erstgeborenen eurer Söhne ihm weihen. Genauso sollt ihr es mit euren Ochsen und Schafen tun, damit ihr heilige Männer seid.'
Anschließend wechselt dieser Gott heuchlerisch seine Sprache und sagt: 'Du sollst Lügenreden nicht anhören noch deine Hand bieten, um für den Gottlosen ein falsches Zeugnis zu reden. Du sollst der Menge nicht folgen, um Böses zu tun, noch im Gerichte dem Urteil der meisten beistimmen, um von der Wahrheit abzuweichen. Du sollst dich der Armen im Gerichte nicht erbarmen.'
Seht, wie euer Gott, der Satan, seine Gebote in eurer Schrift heuchlerisch in Worte der Wahrheit kleidet, um euch irre zu machen. Er selbst spricht von der Wahrheit und gibt soweit zu, dass es eine Wahrheit gäbe. Gleich daneben preist er seine Lügen und Bosheiten an und sagt: 'Ich will euer Gott sein, wenn ihr meine Widersprüche glaubt und mein blutgieriges Verlangen stillt.'
So steht nachher: 'Wenn du die Stimme meines Engels hörst und alles tust, was ich sage, so will ich der Feind deiner Feinde sein und schlagen, die dich schlagen. Mein Engel wird vor dir hergehen und dich hineinführen zu den Amorrhitern, Hethitern, Pherezitern, Kanaanitern, Hevitern und Jebusitern, die ich vertilgen will. Meinen Schrecken will ich dir zum Vortrab hersenden und töten alles Volk, zu welchem du hinziehen wirst; und alle deine Feinde will ich vor dir in die Flucht jagen. Ich will Hornissen voran schicken, dass sie die Heviter, Kanaaniter und Hethiter vertreiben, ehe du einziehst.'
Was sagt ihr, die ihr aus dem Judenvolke seid, zu dieser niederträchtigen Bosheit des sich für Gott ausgebenden Satans, der zuvor die Wahrheit beteuert hat? So schreit der Lügner und Mörder bei seiner Verfolgung selbst 'Aufhalten!', um nicht erkannt zu werden. Er lügt und mordet aber weiter.

Es folgt wieder eine Opferung dem Herrn als Friedopfer, wobei Moses die Hälfte des Blutes in Schalen nimmt und die übrige Hälfte auf den Altar gießt; dann liest Moses aus dem Buch des Bundes, und das Volk beteuert, dem Herrn gehorsam zu sein und alles zu tun, was er gesprochen hat. Nach neuerlicher Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn auf dem Berg Sinai, dessen göttliches Aussehen war wie brennendes Feuer, trat Moses in den Nebel und blieb vierzig Tage und Nächte daselbst. Dieser Gott und Herr redete zu ihm: Sage den Söhnen Israels, dass sie mir die Erstlinge bringen. Das ist es, so ihr nehmen sollt: Gold, Silber, Erz, Hyazinth, zweimal gefärbten Karmesin, Byssus, Ziegenhaare, rote Widderfelle, bläuliche Felle, Akazienholz, Öl, die Lampen zuzurichten, Spezereien zum Salböl und Rauchwerk von gutem Geruch; Onyxsteine und andere Steine zum Zieren des Ephod und des Brustschildes. Sie sollen mir ein Heiligtum machen und ich will in ihrer Mitte sein.
Dann ordnete dieser Gott an, wie die Bundeslade nach seinem Plan in- und auswendig vergoldet und mit goldenen Ringen versehen werden solle. Weiters verlangte er, dass ihm ein Gnadenthron von feinstem Gold gebaut werde; zwei goldene Cherubime auf beiden Seiten sollen mit ihren ausgebreiteten Flügeln den Thron überschatten.
Von der Bundeslade aus wollte er gebieten und vom Gnadenthron aus zu Moses sprechen. Dazu solle noch ein feinst vergoldeter, tragbarer Tisch aus Akazienholz gemacht werden, der in seinem Innern Schüsseln, Schalen, Rauchfässer und Becher von feinstem Gold für die Trinkopfer beinhalten solle. Und auf dem Tisch sollten alle Zeit Schaubrote vor seinem Angesicht aufliegen. Ferner solle ein Leuchter für sieben Lampen aus feinstem Golde, der ein Talent schwer sein müsse, aufgestellt werden.
Nun, was sagt ihr aus dem Judenvolke dazu, wie eitel und unbeholfen dieser euer Gott ist? Menschen müssen erst diesem Lügner ein Heiligtum bauen, damit ihn das Gold heilig mache. Er ist wie ein Rabe, der alles haben will, was glänzt.
Nicht genug an dem! Er braucht noch ein Zelt mit Teppichen von gezwirntem Byssus, von Hyazinth, Purpur und von gefärbtem Karmesin mit Stickwerk von allerlei Figuren. Ein gestickter Vorhang aus Hyazinth, Purpur, Byssus und Karmesin solle im Zelt hängen, der das Heiligtum vom Allerheiligsten scheidet.
Seht, mit Aas fängt man Geier und mit Pomp die gläubigen Menschen!
Dann ordnete dieser Gott an, wie ein Altar zum Opfern für ihn gebaut werden solle und welche Geräte dazu notwendig seien: Töpfe zum Wegtragen der Asche, Zangen, Gabeln, Pfannen, alle Geräte aus Erz, werden da gefordert. Außerdem solle ein Vorhof um das Zelt gebaut und eine Lampe im Zelt aufgestellt werden, in welcher das reinste Öl von Ölbäumen allezeit brennen solle.
Wahrlich, eine gut ausgerüstete Mördergrube ist das Heiligtum dieses eures Gottes. Dort sitzt er als Satan und wartet auf das frischdampfende Blut der vielen Opfer zu seinem über-süßen Geruch. Und die Anordnungen zu diesem abscheulichen Gottesdienst befolgt ihr Oberen und Rabbi bis auf den heutigen Tag.

Ebenso hat dieser Lügner auf die Kleidung seiner Stellvertreter und Priester auf Erden nicht vergessen. So ordnete er an, dass man ihnen ein heiliges Kleid mache, damit sie geheiligt werden. Dieses solle aus Brustblatt, Schulterblatt, leinenem Kleid, Rock, Kopfbund und Gürtel bestehen. Das Schulterkleid und Brustblatt sollen von Gold, Hyazinth, Purpur, zweimal gefärbtem Karmesin, gezwirntem Byssus und verschiedenen Edelsteinen gemacht und darauf goldene Ringe, Ketten und Schellen angebracht werden. Die Schellen dienen dazu, damit der Priester gehört werde, wenn er im Heiligtum vor dem Herrn ein- und ausgehe, dass er nicht sterbe. Dies soll für die Priester eine ewige Satzung sein.
Seht, ihr Oberen und Rabbi, was euch euer Gott alles umhängt und wie er euch zu Hampelmännern und Narren macht. Ihr seid aber stolz darauf, dies alles ausführen zu können, weil ihr damit bei den Gläubigen viel Ansehen genießt und leichter reiche Einkünfte erzielt. Ihr gleicht aufgeputzten Gräbern, die außen schön und innen voll Moder und Unrat sind. So meint ihr, durch das Kleid und Gold von außen schön zu sein - ihr seid aber innen voll Lüge und Bosheit.
Um würdige Knechte dieses Gottes zu sein, müsst ihr außerdem zusätzlich geweiht werden.
So ordnete er Moses an, dass zur Weihe der Priester ein Kalb und zwei Widder, tadellos im Wuchs, geschlachtet, mit ungesäuertem Brot und Kuchen aus Weizenmehl mit Öl besprengt und mit Öl bestrichene Fladen, ihm, dem Herrn, geopfert werden. Aaron und seine Söhne müssen dann gewaschen und mit Priestergewändern bekleidet werden, worauf auf ihr Haupt Salböl zu gießen ist. Auf solche Weise sollen sie geweiht und seine Priester zum ewigen Gottesdienste sein. Ein Kalb soll vor das Zelt des Zeugnisses gestellt werden und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf dessen Kopf legen. Dann soll das Kalb im Angesicht des Herrn geschlachtet werden und Moses soll vom Blut des Kalbes nehmen und es mit den Fingern an die Hörner des Altares streichen; das übrige Blut soll er auf den Boden des Altares gießen.
Alles Fett, das die Eingeweide deckt und über der Leber und über den beiden Nieren ist, soll zum Opfer auf dem Altar angezündet werden. Das Fleisch des Kalbes und die Haut mit dem Mist sollen dagegen draußen vor dem Lager verbrannt werden, weil es für die Sünde ist. Auch mit den zwei Widdern sollen Aaron und seine Söhne dies tun. Wenn der erste geschlachtet sei, soll von seinem Blute genommen und ringsherum um den Altar gegossen werden. Der Widder selbst soll in Stücke geteilt, die Eingeweide und Füße auf den Kopf gelegt und so ganz auf dem Altar verbrannt werden; es ist ein Brandopfer dem Herrn - ein überaus süßer Opfergeruch.
Nach der Schlachtung des zweiten Widders soll dessen Blut genommen und damit das Ohrläppchen, die Daumen der Hände und die rechte Fußzehe von Aaron und seinen Söhnen bestrichen werden, worauf das Blut auf den Altar ringsum zu gießen ist. Von dem Blute auf dem Altar und mit dem Salböl sollen sie und ihre Kleider besprengt werden; dann sollen das Fett von dem Widder, der Schwanz, die Eingeweide, die Leber, die Nieren, die rechte Schulter, ein Laib Brot und ein Brot mit Öl besprengt, ein Fladen aus dem Korb des Ungesäuerten, der vor dem Angesicht des Herrn steht, genommen und auf die Hände Aarons und seiner Söhne gelegt werden, um sie zu heiligen. Darnach soll es aus ihren Händen wieder genommen und auf dem Altar zum Brandopfer angezündet werden, zum überaus süßen Geruch vor dem Angesicht des Herrn. Die Brust des Widders, mit der Aaron und seine Söhne eingeweiht wurden, soll ebenfalls geheiligt werden vor dem Herrn und als ewiges Recht von den Söhnen Israels Aaron und seinen Söhnen gegeben werden.
Die Schrift berichtet weiter, wie das Verlangen dieses Gottes nach Blut- und Brandopfern immer größer wird. So verlangt er, jeden Tag - allezeit - zu opfern zur Versöhnung der Sünde; es sollen täglich zwei einjährige Lämmer - ein Lamm des Morgens und das andere des Abends - dazu ein Zehntteil Weißmehl, besprengt mit gestoßenem Öl und Wein, zum Brandopfer auf den Altar gelegt werden. Das soll ein Opfer dem Herrn, das beständige Brandopfer für alle Geschlechter sein, an der Tür des Zeltes des Herrn.
So will dieser Herr dann mitten unter den Söhnen Israels wohnen und ihr Gott sein, denn er sagt: 'Sie sollen wissen, dass ich der Herr, ihr Gott bin, um zu wohnen unter ihnen.'
Auf einem anderen Altar soll wieder nur wohlriechendes Räucherwerk angezündet werden und Aaron soll einmal im Jahr das Gebet verrichten im Blute, das für die Sünde geopfert wird, und um zu versöhnen in den Geschlechtern. Ein Hochheiliges soll es dem Herrn sein. Die Mischung des Salböls und des Räucherwerks bestimmt er selbst, und wer immer ein solches macht und für sich verwendet, der soll umkommen und ausgerottet werden aus seinem Volke. Sterben soll auch der, der am Sabbattag ein Werk vollbringt.

Nun, was bezweckt der Satan, den ihr für Gott haltet, mit diesen seinen verlangten Anordnungen, die ihr Oberen und Rabbi bis heute immerfort erfüllt? Er weiß genau, dass ein Opfer eine erzwungene Handlung darstellt. Damit seine unersättliche Blutgier und Rachsucht befriedigt wird, braucht er Knechte - also Priester -, die so heilig sein müssen wie er, um andere Menschen durch Drohungen zum Opfern anzutreiben. Er überlässt euch Priestern einen Anteil von dem Opfer, wie Schulter, Brust, Weißmehl und Wein. Deshalb findet ihr die Betätigung in seinem Geiste für gut, da ihr so auf Kosten der Verführten und Gläubigen ein angesehenes, heiliges Leben führen könnt. Euer Heiligtum ist eben der Bauch und das Gold.
Ich sage euch allen, ob ihr zu den Juden zählt oder nicht, seid diesen Priestern nicht neidig, denn keiner von ihnen kann sich den Bauch und das Gold ins Jenseits mitnehmen. Aber den abscheulichen Geist, in welchem sie sich mit freiem Willen betätigen, den werden sie mitnehmen und zu jenen kommen, der ihnen sagt: 'Ich will euer Gott sein!' Bedauert diese Menschen, die mit Blut geweiht sind und dem Satan als Knechte nachfolgen.
Merkt euch:
Nur der Satan braucht Priester und Stellvertreter auf Erden; nur der Satan benötigt für seine Lügen den bedingungslosen Glauben; nur der Satan braucht Auserwählte und Berufene; nur der Satan ordnet Zeremonien und Pomp an; nur der Satan verflucht und segnet; nur der Satan versucht, prüft und straft; nur der Satan verlangt Furcht; nur der Satan verbietet zu erkennen; nur der Satan verlangt Frömmigkeit und Gebote; nur der Satan übt Rache und Vergeltung; nur der Satan benötigt Verherrlichung; nur der Satan hüllt sich in Geheimnisse und Unerforschlichkeit; nur der Satan verlangt Opfer.
Begreift doch endlich, wie schlecht und verlogen dieses sich für Gott ausgebende Wesen ist. Ich frage euch: Kann es noch Ärgeres geben als diesen seinen Geist? Dieser prägt sich im Gesicht und in den Augen seiner Knechte aus und macht sie so von den anderen Menschen unterscheidbar.

So gehen die Anordnungen dieses Gottes in eurer Schrift weiter. Da gibt es Verordnungen über Brandopfer, Speiseopfer, Friedopfer, Sündopfer, Schuldopfer, Trankopfer und Opfer der Priester, des weiteren über Fett und Blut, über Webebrust und Hebeschulter für die Priester, über Todesstrafe für diejenigen, welche die Verordnungen nicht einhalten, über reine und unreine Tiere, über unreinen Fluss, über Verbot des Blutessens und so fort. Die Blutgier dieses Gottes hat kein Ende. Immerfort braucht er Blut durch Opfer. Ströme von Blut müssen fließen, damit durch das qualvolle Schlachten der Opfer und den Gestank der Brandopfer seine Wollust gestillt wird. Ich sage euch: Ihr könnt ihm ein Meer von Blut opfern, er hat nur die Begierde davon.
Sein nach seinem abscheulichen Geiste verunstaltetes Wesen kann dieser Lebensstoffe nicht habhaft werden, um sich in ihnen zu verdichten, da diese für seinen Geist gar nicht abgestimmt sind. Deshalb sein großer Zorn und die Rache in ihm für alles hier auf Erden Lebende. Den 'süßen Geruch' von all den Opfern kann er nur geistig mittels der Nase seiner im Blut watenden Priester wahrnehmen. Was euch in der Nase stinkt, das ist bei ihm ein überaus süßer Geruch. So auch alle Gräueltaten und das Böse sind bei ihm heilig. Alles, was diesem Lügner geweiht wird, sei es Mensch, Tier oder Feld, das soll nicht verkauft noch gelöst werden. Er befiehlt, dass alles von den Menschen ihm Geweihte und Geopferte nicht gelöst wird, sondern, wenn es Leben in sich hat, des Todes sterben soll.
In weiterer Folge berichtet die Schrift, wie sich wegen Nahrungsmangels ein Murren des Volkes wider diesen Gott erhob und als er dies hörte, erzürnte er und es ging Feuer von ihm aus wider die Hebräer, das einen Teil des Lagers fraß. Sogar Moses murrte gegen seinen Gott. Er sagte zu ihm:
'Warum verursachst du Kummer deinem Knechte? Warum legst du die Last dieses Volkes auf mich? Habe ich denn all dieses Volk geboren, dass du mir sagst: Trage sie in deinem Schoße, wie eine Amme ihr Kindlein zu tragen pflegt, und bringe sie in das Land, das du ihren Vätern geschworen? Sie weinen und sagen mir: Gib uns Fleisch zu essen! Woher aber soll ich Fleisch nehmen? Du sagst, dass du alles erschaffen hast. So schaffe uns jetzt Tiere, damit wir zu essen haben! Ich kann das ganze Volk nicht tragen, wenn du deine Versprechungen nicht erfüllst. So will ich, dass du mich tötest und ich das Unglück nicht überleben brauche.'
Der Herr sprach darauf: 'Darum, dass ihr den Herrn verworfen, der in eurer Mitte ist, und vor ihm geweint und gesagt habt: Warum sind wir aus Ägypten gezogen?, so sollt ihr Fleisch haben, bis es euch zur Nase herausgeht und euch zum Ekel wird.'
Mirjam und Aaron murrten ebenfalls wider Moses und sagten zu ihm: 'Hat der Herr nur zu dir geredet? Hat er nicht auch zu uns geredet?'
Welche Worte es waren, steht wohlweislich nicht in der Schrift. In Wahrheit hatte Aaron Moses an die Worte eines guten jenseitigen Wesens erinnert, welches durch Mirjam zu ihm folgendes gesprochen hatte:
'Lasst ab von diesem eurem Gott; er ist böse und ist ein Lügner und Heuchler. Ihr kommt ins Verderben, wenn ihr ihm weiter folgt. Der wahre Gott ist allgütig; ihm sind alle Völker gleich. Wir sind verpflichtet, nicht zu stehlen, nicht zu töten, sondern uns untereinander zu lieben, das heißt: Einer dem anderen in Nächstenliebe dienen. Der wahre Gott, dessen Geist die Wahrheit und Nächstenliebe ist, kann durch keinen Menschenmittler zu uns sprechen; er wird aber selbst als Mensch auf diese Welt kommen und in seinem Geiste zu den Menschen sprechen. Warum hast du, Moses, die gesprochenen Worte nicht richtig aufgeschrieben und sie dem Volke verschwiegen?'
Als der Herr diese Worte hörte, ward er aber wild und zornig. Mirjam wurde dafür von jenseitigen, ihm im Geiste nahestehenden Wesen geplagt und besetzt, so dass sie acht Tage nichts essen konnte. Darnach war ihr Gesicht blass und ihre Haare wurden weiß wie Schnee. Moses nannte es den weißen Aussatz. Er zeigte Mirjam dem Aaron, der sehr erschrack, und sagte zu ihm: 'So wird es auch dir ergehen, wenn du noch einmal gegen mich und unseren Gott murren wirst.' Moses zeigte Mirjam dem Volke und erklärte allen, dass dies eine Gottesstrafe sei, weil sie gegen Gott gemurrt hatte. Er sagte, es möge sich jedermann hüten, noch einmal zu murren. Gott würde ihn viel ärger strafen. Auf das wurde das Volk ängstlich und ließ sich einschüchtern. Seht, welche Mittel dieser Rachegott anwendet, um die Menschen einzuschüchtern und gläubig zu machen!

Nachher steht geschrieben, wie dieser Gott wieder zu Moses sprach, er möge Kundschafter nach dem Lande Kanaan senden, um festzustellen, welche Völker darin wohnen, ob sie stark oder schwach seien, ob ihre Städte befestigt wären, ob der Boden fett oder mager sei, und sie sollten von den Früchten des Landes mitbringen. Als sie zurückkamen, brachten sie Früchte und erzählten, dass es ein Land sei, wo wahrhaft Milch und Honig fließe; nur die dort wohnenden Völker seien größer und stärker als sie - ein Riesengeschlecht, gegen die sich die Leute Israels wie Heuschrecken ausnehmen. Darauf murrte das Volk neuerdings gegen Moses, Aaron und Gott. Die Söhne Israels sprachen:
'Oh, wären wir doch gestorben in Ägypten, kämen wir um in dieser Wüste, und führe uns der Herr nicht in dieses Land, damit wir nicht fallen durch das Schwert und unsere Weiber und Kinder nicht gefangen abgeführt werden. Lasst uns einen anderen Heerführer aufstellen und zurückkehren nach Ägypten.'
Daraufhin fielen Moses und Aaron vor der ganzen Menge zur Erde auf ihr Angesicht und sprachen: 'Seid nicht widerspenstig gegen den Herrn und fürchtet die Völker dieses Landes nicht, denn wie Brot können wir sie aufessen.' Das Volk aber schrie und wollte sie steinigen. Und da erschien die Herrlichkeit dieses Gottes, und er sprach wieder durch Aaron zu Moses:
'Wie lange soll mich dieses Volk lästern? Wie lange wollen sie mir nicht glauben? Ich will sie mit der Pest schlagen und vertilgen; dich aber will ich zum Fürsten über ein großes Volk machen, über ein stärkeres, als dieses ist. So wahr ich lebe, so wie ihr geredet, dass ich es hörte - also will ich es euch tun. Eure Leichname sollen in der Wüste liegen bleiben.'
Also starben alle Männer, die wider Moses murrten und wurden geschlagen vor dem Angesicht des Herrn.
Dies gibt euch den Beweis, mit welchen Drohungen und mit welcher Gewalt dieser durch seine Mittler sprechende Gott das Hebräervolk zu Gräueltaten zwingen musste und wie diesem bereits damals vor dem blutgierigen Rachegott graute. Viele aus dem Volke wollten lieber nach Ägypten zurück, um dort zu arbeiten, als diese Raubzüge ausführen.
So berichtet die Schrift über ein Morden unter dem Hebräervolk, wobei es über vierzehntausend Tote gegeben hat. Kore, der gegen das Morden und Rauben war, wurde mit seinem Anhang von den Anhängern Moses erschlagen. Empörung und Strafe nennt ihr es heute.
Auf diese Weise wurde der Satan wieder Sieger und weil Moses und seine Priester tapfer gewesen waren, wurden sie von ihm zu Amtspersonen mit guten Einkünften eingesetzt. Dann gab dieser Gott dem Volk ein Gesetz von der roten Kuh und dem Reinigungswasser. Er erklärte Moses, was mit der Asche der von ihm geopferten Kuh zu geschehen habe, damit jeder, der gesündigt habe, wieder rein werde und wozu das Reinigungswasser diene. Da heißt es:
'Jeder, der einer Menschenseele Leichnam berührt und mit diesem gemischten Wasser nicht besprengt wird, der verunreinigt das Zelt des Herrn und wird umkommen in Israel, weil er nicht besprengt ward mit dem Wasser der Versöhnung; deshalb ist er unrein und es bleibt seine Unreinheit auf ihm.'

Betrachtet doch, welchen Unsinn dieser euer Gott verordnet und verlangt! Mit dem Besprengen von gemischtem, diesem Gott geweihten Wasser sollt ihr wieder rein werden. Jeder, der die rote Kuh samt dem Blute und dem Unrat dem Herrn opfert, wird bis zum Abend unrein. Und wer einer Menschenseele Leichnam berührt, und mit dem Wasser nicht besprengt wird, der muss umkommen in Israel.
Also durch das gemischte Wasser und durch die Asche von einer diesem Gott zu seinem lieblichen Geruch geopferten roten Kuh, werdet ihr aus dem Judenvolke von den Gräueltaten, die euch euer Gott selbst anbefiehlt und die ihr wissentlich ausführt, wieder gereinigt. Auf diese Weise werdet ihr alle Sünden los, die ihr begangen habt und könnt von neuem Sünden begehen, um durch Wasser und Asche wieder entsündigt zu werden.
Hört, wie heuchlerisch der Satan in seiner grenzenlosen Verlogenheit Worte der 'Sünde und Strafe' findet. Wer seine Lügen nicht glaubt und seine von ihm angeordneten Gräueltaten nicht ausführt, der begeht bei ihm eine Sünde. Hat sich einer gegen ihn versündigt, so kann er sich mit ihm durch Blut- und Brandopfer wieder versöhnen oder durch die rote Kuh und das Versöhnungswasser wieder rein machen. Führt einer diese Handlung nicht aus, dann wird er sogar bis in das vierte Geschlecht gestraft; seine Seele wird ausgerottet, also mit dem Tode bestraft werden.
Was sagt ihr Oberen und Rabbi dazu, was für ein blutdürstiger, rächender und strafender Lügner dieser, euer Gott ist, der euch beherrscht, den ihr aber heilig nennt und ihm willig Knechtschaft leistet?
Betrachtet euch selbst, wie nahe ihr diesem geistigen Auswurf seid; wie ihr gleich ihm flucht und eure Mitmenschen zur Annahme seiner Anordnungen zwingt und zur Betätigung in seinem Geiste unter Androhung von Strafen antreibt! Das Blut von martervoll geschlachteten Tieren und unschuldigen Menschen trieft von euch.
Wer kann euch helfen, wenn ihr euch nicht helfen lassen wollt?
Auch wegen euch bin ich, der Ewige, in Christus als Mensch auf diese Welt gekommen, um euch die Wahrheit zu sagen. Ihr Heuchler erkennt mich und die Auswirkung der Betätigung in meinem Geiste der Wahrheit und Nächstenliebe, trotzdem wollt ihr meine Worte nicht hören, weil ihr freiwillige Knechte des Satans seid, weil ihr hier im Irdischen in seinem Geiste der Lüge, Furchteinflößung und Strafe über die Menschen herrschen wollt, womit ihr viel Ansehen genießen und ein Wohlleben auf Kosten der Armen führen könnt."

Christus wandte sich an die vielen jüdischen Zuhörer und sagte:
„Ihr im bösen Geiste Verführte und Tätige, erkennt mich und die Auswirkung meines Geistes der Wahrheit und Nächstenliebe, dann braucht ihr euch vor dem sich für Gott ausgebenden Satan und seinen Knechten nicht zu fürchten! Denn ich sage euch: Bei mir gibt es weder Sünde noch Strafe. Gegen mich, das im Geiste vollkommene Wesen, welches in Menschengestalt als Christus vor euch steht, kann sich niemand versündigen, da ich niemanden zum Glauben zwinge oder eine Handlung mir zuliebe verlange. Ich lasse allen erkenntnisfähigen Wesen den freien Willen und volle Handlungsfreiheit und sage:
Glaubt nicht, sondern erkennt, was wahr und gut oder unwahr und böse ist!
Ich, das geistig vollkommene Wesen, brauche weder eine Verherrlichung noch irgendwelche Opfer. Ich diene allen Geisteswesen und helfe jedem, der sich helfen lassen will, sich in meinem Geiste zu betätigen und darnach zu leben. Will er sich nicht helfen lassen, so wirft er sich geistig selbst weg. Diesem kann ich nur Erbarmen zeigen, jedoch helfen kann ich ihm nicht, da er mit seinem freien Willen selbst über seine geistige Einstellung und Betätigung entscheidet.
Begreift nun, dass ich in meiner Vollkommenheit im Geiste der Wahrheit und Nächstenliebe keinem erkenntnisfähigen Wesen einen Zwang auferlegen kann und folglich keine Gebote und Verbote eines Gesetzes brauche, die eben ein Zwang sind und eine Entlohnung oder Bestrafung nach sich ziehen.
Das Gesetz des Zwanges und der Strafe benötigen nur der Satan und alle, die sich in seinem Geiste betätigen. Nur das unvollkommene, nach Ansehen, Ruhm, Reichtum, Macht und Ehre strebende Geisteswesen braucht ein Gesetz des Zwanges und der Strafe, um seine krankhaften Gefühle zu befriedigen und über den anderen zu herrschen. Für den in diesem Geiste Tätigen gilt das Wort Sünde. Nun:
Was der eine für Sünde hält, das ist bei dem anderen heilig, und was der eine für heilig hält, das gilt bei dem anderen als Sünde. Das Gesetz gibt dann immer dem Macht ausübenden und Reichen recht und bestraft jene, welche diesen untertan sind und nicht nach deren Willen denken und handeln wollen.
Seht, ihr Oberen und Rabbi!
Weil euer Gott lügt, droht, rächt und straft, so lügt, droht, rächt und straft auch ihr, die ihr seine willigen Knechte seid! Weil dieser Lügner von euch immerfort Gräueltaten verlangt und diese für gut hält - und eine Nichtausführung derselben für Sünde erklärt -, so sagt ihr Heuchler, dass er gerecht sei. Ferner behauptet ihr, dass es Gerechtigkeit sei, wenn Böses mit Bösem vergolten wird.
Ich aber sage: Nicht jeder, der Böses ausführt, muss immer Böses wollen; jeder kann dies durch Unbedachtsamkeit, Nachlässigkeit oder im Irrtum begehen. Derjenige dagegen, der das Böse anordnet und bei Nichtbefolgung mit Bösem bestraft, kennt bestimmt das Böse. Er ist und bleibt ein Heuchler, wenn er behauptet, er wolle damit Gutes schaffen.
Ich frage euch: Wer ist von diesen beiden besser - der Gestrafte oder der Strafende?
Mir, dem geistig vollkommenen Wesen und dem Schöpfer der Welt sind jedwede Opfer ein Gräuel. Ich brauche von niemandem etwas was da ist, weil diese und die Wahre Welt durch meinen Willen entstanden sind und ich mir alles selbst schaffen könnte. Ich diene und helfe euch allen, damit ihr zur Erkenntnis der Wahrheit über mich und das ewige Leben kommt und den Weg zu mir in meine Welt des Friedens und der Glückseligkeit gehen könnt.
Ich sage euch: Meine Welt ist nicht diese, eure Welt. Gegen mich - die Ewige Wahrheit - kann sich niemand, selbst der Satan nicht, versündigen, denn ich anerkenne keine Sünde. Er und ihr Oberen als seine Knechte könnt nur gegen mich und meinen Geist wüten. Ihr könnt ihn verwerfen, ablehnen und dadurch selbst schaden. Dies ist aber alles, was ihr gegen mich und meinen Geist machen könnt.
Merkt euch: Meine Vollkommenheit im Geiste ist von Ewigkeit und ich bleibe in ihr ewig beständig. Je mehr einer gegen mich und die Verbreitung meines Geistes wütet, desto mehr wütet er gegen sich selbst.

Wohin das Strafen des sich für einen allmächtigen Gott ausgebenden Satans führt, beweist die über seine Anordnung durchgeführte Ermordung Mirjams und Aarons.
Seht, weil Mirjam, Aaron und ein großer Teil des Volkes das Morden und die Beraubung anderer Völker nicht mehr mitmachen und nach Ägypten ziehen wollten, um dort lieber - gleich den Ägyptern - zu arbeiten, und weil durch Mirjam und Aaron auch gute Wesen des Jenseits sprachen, wodurch selbst Moses vor diesem Lügengott zaghaft wurde, so ordnete dieser an, beide zu ermorden. Mirjam wurde wegen Lästerung dieses Gottes von Moses selbst erschlagen und am Brandopferaltar verbrannt. Das Todesurteil Aarons wurde durch ihn, als den eigentlichen Mittler, selbst übermittelt; nämlich zu der Zeit, als es zum Raubzug gegen die Kanaaniter kam, widersetzte sich Aaron, diesen mitzumachen. Darauf diktierte dieser Gott mit Hilfe eines ihm im Geiste nahestehenden, jenseitigen Wesens durch Aaron an Moses folgendes:
'Siehe, Aaron will meinen Bund zunichte machen. Er glaubt einem anderen Gott und redet das Volk von mir ab. Weil er mir nicht glaubt und mich lästert, so soll seine Seele ausgerottet werden und er muss sterben. Nimm Aaron und seinen Sohn Eleazar und führe sie auf den Berg Hor. Ziehe dem Aaron sein vorgeschriebenes Kleid aus und ziehe es dem Eleazar an. Dieser wird mir von nun an als Mittler dienen. Darnach erschlage Aaron wegen Gotteslästerung.'
Moses erwiderte ihm, dass er sich fürchte, dies auszuführen, da Aaron stärker sei und auch gute Geisteswesen um sich habe. Ferner hingen viele vom Volke an ihm und würden Moses für diese Tat steinigen. Da ließ dieser Gott sagen: 'Auch du bist bereits wankelmütig. Fürchte dich nicht, denn ich werde dabei sein und durch Eleazar sprechen, damit du sicher bist, dass ich bei dir bin. Außerdem werden meine Engel anwesend sein und mitwirken. Eleazar wird nichts davon wahrnehmen und das Volk durch ihn ebenfalls nichts erfahren können.'
Und Moses tat, wie es dieser Gott geboten hatte. Sie stiegen vor allem Volke auf den Berg, und als sie so weit oben waren, dass sie niemand sehen konnte, besetzte ein dem Satan dienendes, jenseitiges Wesen den Eleazar und ein anderes im bösen Geiste tätiges Wesen des Jenseits wieder den Aaron. Darauf zog Moses dem Aaron das Kleid aus und zog es dem Eleazar an und erwürgte Aaron, wobei jenes zweite Wesen durch Eleazar mithalf. Nachdem Aaron tot war, wurden seine Haare und sein Bart mit Schwefel verbrannt. Nach dieser Handlung zeigte Moses die Leiche dem Volke und erklärte allen, dass Aaron vor dem Angesicht des Herrn gestorben sei, weil er sich diesem unrein genähert hatte. Als aber die Gemeinde den toten Aaron sah, beweinte sie ihn dreißig Tage lang.
Seht, ihr Oberen und Rabbi! So mordeten Moses und eure Väter tausende Menschen, die Mittler, also Werkzeuge für den geistigen Verkehr mit dem Jenseits waren. War ein solcher Mensch für den Satan nicht mehr brauchbar, oder sprachen auch gute Wesen des Jenseits durch ihn, so wurde er auf seinen Befehl ermordet. Der Satan hatte eine heillose Angst, dass durch diese Mittler etwa eine Lüge aufgedeckt und er als Satan erkannt würde. Deshalb sprach er:
'Ist ein Mann oder ein Weib, in denen ein Python- oder Wahrsagergeist steckt, so sollen sie des Todes sterben; steinigen soll man sie und ihr Blut sei auf ihnen!'
Ich sage euch: Aaron steht jetzt mitten unter euch und hört meine Worte. Er hat mich erkannt, betätigt sich in meinem Geiste und lebt unter den Meinen. Es schmerzt ihn, zu sehen, wie ihr diesem Gott im bösen Geiste folgt und er spricht zu mir: 'Oh, wäre es mir möglich, noch einmal auf diese Welt zu kommen, ich würde die Menschen über Dich, Du wahrer Schöpfer, aufklären und sie in Deinem Geiste lehren, damit sie dorthin kommen, wo ich mich bereits befinde. Ich würde gerne unter diese Knechte des Satans gehen und zu ihnen sprechen. Und wenn ich nur einen retten könnte, ich ließe mich tausendmal erwürgen.'

Nach der Ermordung Aarons und Mirjams wurde der Raubzug der Hebräer fortgesetzt. So wurden zuerst die Kanaaniter überfallen, beraubt und erschlagen und ihre Städte zerstört, dann kamen die Amorrhiter daran.
Die Schrift berichtet auch, wie dieser, euer Gott, sogar durch eine Eselin gesprochen habe. Nachher rüstete Moses von neuem, und der Raubzug gegen die Medianiter wurde eingeleitet. Hier lest ihr noch heute, wie zwölftausend ausgerüstete Hebräerräuber über die Medianiter hergefallen sind und alle Männer töteten. Die Weiber und Kinder sowie alles Vieh und Gerät machten sie zur Beute. Die Städte, Flecken und Schlösser wurden durch Feuer zerstört. Mit der Beute gingen sie dann zu Moses, und dieser ward zornig über die Führer und Räuber. Er sagte zu ihnen: 'Warum habt ihr alle Weiber und Kinder leben lassen? Tötet alles, was männlich ist, auch die Kinder, und erwürgt die Weiber, so sie Männer erkannt haben im Beischlaf. Aber die Jungfrauen sind, die lasst für euch am Leben. Dann reinigt euch mit dem Reinigungswasser.'
Als dies getan, sprach jener Gott zu Moses, er solle von seiner ihm zugeteilten Beute, vom Menschen bis zum Vieh, nehmen und für ihn - den Herrn - je eine Seele von fünfhundert Menschen und Tieren absondern, denn es seien die Erstlinge des Herrn. Der Anteil des Herrn - dieses Gottes - betrug 675 Schafe, 72 Rinder, 61 Esel und 32 Jungfrauen. Und Moses gab diese Erstlinge dem Herrn und übergab sie dem Priester Eleazar zum Opfern.
Bedenkt nur, welchen abscheulichen Geist diese, eure Schrift beinhaltet und was eure Väter auf Befehl des Satans vollbracht haben. Ihr feiert diese äußerst traurige Begebenheit noch als Fest und mordet und opfert weiter. Hunderttausende Menschen - Männer, Weiber, Greise und Kinder der Medianiter - haben damals die Knechte des Satans ermordet, und das war eurem Gott viel zu wenig. Es mussten zusätzlich viele Tiere und 32 Jungfrauen qualvoll geschlachtet werden.
Ich frage euch: Gibt es Ärgeres und Grausameres als diesen euren Gott? Stellt euch nur vor, wie einem solchen Menschenkind zumute ist, wenn es gebunden wird und zusehen muss, wie das Messer seinen Hals durchschneidet und es sich nicht helfen kann, bis der letzte Tropfen Blut aus seinen Adern entschwunden ist. Wie sollten Menschen benannt werden, die als Knechte ihres Glaubens zu einer solchen Tat fähig sind und diese Rohheit an ihren Mitmenschen begehen?
Ihr Heuchler und Mörder, ich sage euch, genauso opfert ihr Oberen und Rabbi heute noch dem Satan Jungfrauen, arme Menschen und Kinder. Ihr schleppt sie verstohlen in eure Tempel und opfert ihr Blut sowie ihren Körper als Blut- und Brandopfer eurem Gott zu seinem über-süßen Geruch.

Ihr Mörder! Die Blutstropfen der zehnjährigen Mesa, die ihr in Syrien geraubt habt, sind an eurem Gewand noch nicht trocken. Ihr habt sie eurem Gott als Blutopfer dargebracht. Wäre es nicht so traurig, ich könnte euch hunderte Namen der Menschenopfer aufzählen, die ihr auf diese Weise grausam gemordet habt."
Auf diese Worte fingen die Hohepriester und Rabbi zu fluchen an und einige sprachen zum Volke:
„Seht, dieser redet irre und ist ein Narr! Er war bis jetzt in keinem unserer Tempel! Wie kann er sagen, dass wir Mörder sind? Steinigen sollte man diesen Gotteslästerer, denn er wiegelt das Volk gegen uns auf. Niemand kennt ein Mädchen Mesa! Er redet Lüge, um uns bei den Römern zu verklagen!"
Christus erwiderte ihnen:
„Den Römern ist bekannt und sie wissen, dass ihr Menschen raubt; sie können euch leider nur sehr schwer auf frischer Tat ertappen."
Ihr könnt aber die Wahrheit nicht ertragen. Damit nun alle sehen und hören, dass ihr Lügner und Mörder seid, werde ich hier vor euren Augen die kleine Mesa ins irdische Leben zurückrufen.
Seht zu, wie ich durch meinen Willen zuerst den Rock der kleinen Mesa schaffe. Dann werde ich ihren ausgebluteten Körper, so wie ihr ihn auf den Brandopferaltar hingelegt habt, wieder erstehen lassen und diesen für ihren Geist und ihr Wesen bewohnbar machen."
Während Christus die letzten Worte sprach, lag vor ihm auf der Erde der Rock der Mesa. Jakobus der Ältere hob ihn auf und zeigte ihn dem Volke; er war zur Hälfte mit Blut getränkt.
Als diesen die Hohepriester und Rabbi sahen, wollten sie fortgehen; sie konnten nicht, weil das Volk, welches an dreißigtausend Menschen zählte, im Kreise um Christus herum dicht beisammen stand. Christus sagte zu Jakobus:
„Lege den Rock hier auf die Erde und breite ihn aus!"
Als dies geschehen war, lag sofort auf ihm der ausgeblutete Körper Mesas. Der Hals war bis auf den Knochen durchgeschnitten, und die Hände und Füße waren mit Stricken zusammengebunden. Das versammelte Volk fing vor Entsetzen zu schreien an. Die Hohepriester und Rabbi verhüllten ihr Antlitz vor dem Anblick des wiedererstandenen Leichnams.
Christus erhob seine Hand und sprach:
„Mesa, ich will, dass du zu mir kommst!"
Im selben Augenblick sahen alle, wie der Körper zu zucken anfing und um das Leben kämpfte. Die Stricke fielen von den Händen und Füßen, dann erhob sich der Kopf und die Anwesenden sahen, wie sich die Wunde um den Hals schloss. Es öffneten sich die Augen, es ertönte ein kurzes Wimmern und das Mädchen Mesa stand auf. Mesa schaute sich verwundert um und zog den vom Blute inzwischen rein gewordenen Rock an. Als sie plötzlich einige Hohepriester und Rabbi in der Menge erkannte, fing sie ängstlich zu schreien und zu weinen an und suchte Schutz bei Christus. Christus nahm Mesa in seine Arme, setzte sie auf seine Knie, beruhigte sie und sagte zu ihr:
„Mesa, erzähle uns, warum du dich so fürchtest!"
Das Mädchen nahm Christus um den Hals und fragte ihn, ob sie bei ihm bleiben dürfe und schloss mit den Worten:
„Wenn ich bei Dir bin, so fürchte ich niemanden!"
Dann fing sie leise zu erzählen an, weshalb sie Angst habe und was mit ihr geschehen war. Mit schlichten, kindlichen Worten schilderte sie:
„Zwei Männer kamen auf mich zu, fassten mich bei den Händen und nahmen mich mit. Sie sagten, dass sie mir Schönes zeigen und viele Sachen geben werden. So gingen wir lange und weit bis zu dieser Stadt. Hier wurde ich zu einem Weibe geführt; von dort holte mich später ein Mann ab, der mich in ein anderes Haus brachte. Dort waren Männer mit schönen Kleidern versammelt; zwei von ihnen nahmen mich bei der Hand und führten mich in einen Raum, wo ich Blut roch. Sie banden mir Hände und Füße und legten mich auf einen großen Holzpflock. Dann sah ich, wie sie eine große Schüssel unter meinen Kopf schoben. Einer hielt mir die Hände, ein anderer den Kopf und ein dritter hatte ein großes Messer in der Hand. Alle fingen zu singen an, und ich spürte, wie mir der eine mit dem Messer den Hals durchschnitt. Ich fühlte, dass ich sterben müsste, bin aber nicht gestorben, denn gleich darauf waren zwei schöne Mägde bei mir, welche sich um mich kümmerten und zu Dir führten. Du warst schöner als alle anderen, und ich hörte Dich rufen: 'Mesa, ich will, dass du zu mir kommst!' Darauf erwachte ich und zog mich an und sah plötzlich wieder die Männer vor mir, welche vorher um mich gewesen waren und mir den Hals durchschnitten hatten."
Mesa zeigte mit dem Finger auf die Hohepriester und Rabbi; dann verhüllte sie mit dem Mantel Christi ihr Antlitz und fing von neuem zu weinen an.
Christus tröstete sie mit den Worten:
„Fürchte dich nicht mehr. Du bleibst solange bei mir und den Meinen, bis deine Eltern kommen und dich abholen. Sie werden große Freude mit dir erleben!"
Jakobus nahm Mesa zu sich und gab ihr Brot und einige Früchte zu essen.
Das versammelte Volk schrie vor Erregung und machte Anstalten, die Mörder zu steinigen. Christus forderte die aufgeregte Menge auf, Ruhe zu bewahren und sprach:
„Lasst diese Lügner, Mörder und Knechte des Satans gehen. Beruhigt euch und verzeiht ihnen. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, sondern bedauert diese Menschen, die so tief im Geiste gesunken sind. Was sie sich selbst schaffen, das werden sie sich ins Jenseits mitnehmen, und das, was sie jetzt säen, werden sie dann ernten."
Da drängten sich syrische Kaufleute von weiter rückwärts bis zu Christus vor und sagten zu ihm:
„Wir hörten Dich vier Tage lehren und sahen und erlebten jetzt mit, was mit diesem Kind geschehen ist. Wir bitten Dich, uns zu sagen, von welchem Orte Syriens das Mädchen geraubt worden ist?"
„Das Mädchen ist von der Stadt Thamat. Ihr Vater ist Holzbaumeister und heißt Phena. Er gehört der dortigen Essenergemeinde an. Sorgt euch nicht, denn ich sage euch, dass ihr Vater heute die Nachricht erhalten wird, wo sich sein Kind befindet. Es ist aber gut, wenn ihr zum Vater dieses Kindes geht und euch von meinen Worten überzeugt."
Christus wandte sich wieder an die versammelte Menge und sprach:
„Wir müssen jetzt nach Hause gehen, denn die Zeit ist weit vorgerückt. Geht daher alle ruhig auseinander und beherzigt meine Worte:
Vergeltet nie Böses mit Bösem! Der Friede sei mit euch!"

Die Schächtung des Mädchens Mesa hatte an einem Seitenaltar im Tempel Salo stattgefunden. Zur Zeit Christi war die Darbringung von Menschenopfern seltener geworden. Im Tempel selbst wurden kleinere Tiere wie Schafe, Kälber oder Tauben, die großen Tiere auf dem Vorhof des Tempels geschächtet. Alle Tiere mussten makellos im Aussehen und tadellos im Wuchs sein. Vor dem Hauptaltar befand sich ein großer, viereckiger Stein, der als Opferstock diente. Mangelte es an Tieropfern, so wurden Schaubrote und Öl geopfert. Hinter dem Altar, durch einen Vorhang getrennt, wurden das Heiligtum, die Bundeslade mit den Gesetzesschriften, sowie wertvolle Altargeräte aufbewahrt. Dorthin hatten nur Hohepriester und Rabbi Zutritt.
Die Gottesdienste wurden durchwegs vormittags zwischen neun und zehn Uhr abgehalten. Während des Gottesdienstes und der Opferung wurden Psalmen gesungen. Zutritt in den Tempel hatten nur Bevorzugte, Reiche und Opferbringer, auf alle Fälle nur Beschnittene.