Erklärungen Christi über den Mittler-Verkehr

In Damascus erwarteten die Essener Christus und begrüßten ihn herzlich. Christus sprach Tage hindurch öffentlich auf dem Platze vor dem Judentempel, wobei er den Juden die Auswirkung des Bösen im Geiste in ihrer Schrift erklärte und ihren Gott einen Lügner und Verführer nannte.
Dadurch wurde der Haß der Juden so groß, dass sie einen Haufen Steine auf den Platz bringen ließen, um Christus bei Gelegenheit zu steinigen.
Als Christus am nächsten Tag auf dem Platz erschien, fingen die Judenoberen gleich an, ihn mit den Worten 'unbeschnittener Gotteslästerer' zu beschimpfen und stellten sich mit mehreren ihnen hörigen Knechten zu dem Steinhaufen hin, um Steine auf ihn zu werfen.
Da ging plötzlich der ganze Steinhaufen in Staub über und löste sich vor den Augen der versammelten Menge ganz auf. Das Volk aber jubelte Christus zu und bat ihn, er möge weitersprechen und ihre Kranken heilen.
Nach mehrtägigem Aufenthalt verließ Christus mit den Seinen Damascus und ging über Caesarea-Philippi nach Bethsaida.
In Bethsaida kamen Christus die Jünger Petrus, Andreas, Jakobus der Ältere, Bartholomäus und Jakasar entgegen, begrüßten ihn und die anderen und führten sie zu den Geschwistern der Essener-Christengemeinde.
Als Christus am nächsten Tag öffentlich lehrte, sagte er plötzlich, seine Rede unterbrechend, zu den ältesten Essenern, sie sollten den Bruder Mesor - ihren Mittler - zu ihm bringen. Diese entschuldigten sich, sein Anliegen nicht erfüllen zu können, da dieser Bruder besessen und gewalttätig sei und von Brüdern bewacht werden müsse, damit er nichts Böses anstellen könne. Sie erzählten:
„Aus diesem Bruder spricht der leibhaftige Teufel und wir schämen uns, ihn in einem solchen Zustand auf die Straße zu führen, damit er nicht von den anderen Bewohnern gesehen werde. Der Bruder ist sonst zu allen Menschen gut und wird von allen gerne gesehen. Als Du nun gestern in die Stadt kamst, begann er besonders zu toben und zu schreien an, so dass wir uns keinen Rat wussten, was wir mit ihm anfangen sollten."
Christus erwiderte ihnen:
„Bringt den Bruder ohne Besorgnis zu mir her; er wird ruhig mit euch gehen!"
Einige Essener holten daraufhin den Besessenen und führten ihn zu Christus. Als dieser Christus erblickte, fing er zu toben an und es sah aus, als wollte er sich auf seine Begleiter stürzen. Jakobus und Johannes nahmen ihn bei den Händen und er beruhigte sich sofort. Nun sprach Christus:

„Ihr alle kennt den Mittler-Verkehr mit dem Jenseits und wisst, welche Gefahren dieser in sich birgt. Ein jenseitiges Geisteswesen, das keinen irdischen Leib besitzt, kann den Körper des Mittlers nur dann als Werkzeug für den geistigen Verkehr benützen, wenn dessen Wille vorher entsprechend lahmgelegt und mithin sein Bewusstsein ausgeschaltet ist.
Nach der Stärke der Willenslahmlegung beim Mittler und der Größe der beiderseitigen Anpassung kann das jenseitige Wesen den Körper des Mittlers beherrschen und sich möglicherweise sogar seiner Sprechwerkzeuge bedienen. Die Gedanken des jenseitigen Geisteswesens sind von ihm selbst geschaffene Willensäußerungen, welche, falls sie durch den Körper des Mittlers zum Ausdruck kommen sollen, zuerst dessen kleinsten ihm innewohnenden Geist, die den Körper aufbauenden Geisteswesen, treffen müssen, welcher dadurch entsprechend beeinflusst und abgestimmt wird und erst dann dem fremden Willen des jenseitigen Wesens folgt.
Seht, unter welchen Umständen sich ein jenseitiges Geisteswesen durch einen Menschen-Mittler kundgeben kann und wie schwer es ist, durch ein solches Werkzeug vom Jenseits ein vernünftiges, wahres Wissen zu bekommen.
Ist ein Mensch ein passendes Werkzeug für den geistigen Verkehr mit dem Jenseits, so hängt die Wiedergabe des durch ihn kommenden Geistes von seiner geistigen Einstellung sowie auch von der des sich durch ihn kundgebenden jenseitigen Wesens ab, und zwar davon, in welchem geistigen Zustande sich das jenseitige Wesen befindet; nach diesem geistigen Zustand stellt sich die Beeinflussung des Mittlers ein, und die durch ihn mitgeteilte Kundgebung sieht geistig dementsprechend aus.
Ein sich durch den Mittler kundgebendes jenseitiges Geisteswesen kann ebenso unwissend, gläubig und verlogen sein, genauso, wie es die Menschen sind. Es kann in der Lüge - also in der Finsternis - herumtappen, die Lüge verteidigen und dabei nicht einmal begreifen, was mit ihm geschieht und wo es sich befindet. Ferner kann es boshaft und ein Lügner sein und darauf ausgehen, die Menschen irrezuführen, um Bereitwilligkeit in der Betätigung in seinem bösen Geiste zu erreichen und nachher Gläubigkeit zu erzielen. Allen in diesem Geiste Tätigen ist die Gewalt eigen. Ein solches jenseitiges Wesen kann sich durch Gewalt im passenden Augenblick des mit Mittlerfähigkeit behafteten Menschen bemächtigen und dessen Körper beherrschen, je nach Anpassung, wie es bei diesem Bruder hier der Fall ist. Ein jenseitiges Geisteswesen, welches in meinem Geiste der Wahrheit und Nächstenliebe lebt, kennt keine Gewaltanwendung und verlangt von niemandem, an etwas zu glauben.

Maßgebend und entscheidend im Verkehr mit dem Jenseits ist stets der Fragende, der, den Mittler nur als Werkzeug benützend, den eigentlichen geistigen Verkehr mit dem Jenseits führt. Ist er selbst unwissend, gläubig oder gar ein Lügner, so will er sein Handeln und Denken in seinem Geiste vom Jenseits nur bestätigt haben. Dies ist leicht, weil sein jenseitiger Anhang durch ihn entsprechend abgestimmt ist und darnach trachtet, die geglaubten oder gepflegten Lügen zu bestätigen, wodurch das Unwissen und die Lügen an Umfang immer größer werden.
Kommt ein jenseitiges Wesen, das sich in der Erkenntnis meines Geistes der Wahrheit und Nächstenliebe befindet, und versucht, durch den Mittler die Wahrheit zu übertragen, so findet es bei dem Fragenden kein Gehör. Dieser wird meist aufgeregt und trachtet, das Geisteswesen durch Bosheit zu vertreiben, um ja nicht die Wahrheit hören und erkennen zu müssen.
Daraus erseht ihr, dass es nicht allein auf den Menschen ankommt, der das Werkzeug abgibt und darauf, in welchem Geiste durch ihn gesprochen wird, sondern in welchem Geiste sich der Fragende betätigt und welche Beständigkeit er in der Wahrheit aufweist. Er darf nicht gläubig und kein Lügner sein, sondern er muss selbst entscheiden können, in welchem Geiste zu ihm gesprochen wird - ob dieser wahrhaft, wissend und gut oder unwissend, verlogen und böse ist. Nur ein solcher Mensch kann vom Jenseits die Wahrheit erhalten, da er selbst durch seine geistige Abstimmung den Meinen die Gelegenheit bietet, sich den Mittler ohne Anwendung von Gewalt wesentlich abzustimmen und sich im Geiste der Wahrheit und Nächstenliebe zu äußern.
So ein Beispiel habt ihr hier an diesem Bruder-Mittler, den ihr alle als guten Menschen kennt und durch welchen oft die Meinen zu euch gesprochen haben. Sein jetziger Zustand hat sich ohne sein Verschulden eingestellt.
Das jenseitige Geisteswesen, welches die Besetzung mit Gewalt herbeigeführt und sich seines Körpers bemächtigt hat, war im Irdischen ein jüdischer Rabbi mit Namen Siach. Dieser war Vorsteher und Verwalter des Meierhofes zu Bethlehem, welcher dem Tempelrat zu Jerusalem gehört. Er war ein fanatischer Jude und Knecht des jüdischen Gottes. Um ein falsches Zeugnis gegen Johannes zu erhalten, hatte dieser Rabbi seinen Sohn Silas zu Johannes geschickt mit dem Auftrag, mit ihm zu gehen, um nachher sagen zu können, Johannes habe ihn geraubt. Silas aber ging freiwillig mit Johannes und erkannte mich und die Auswirkung der Betätigung in meinem Geiste. Er ist heute einer meiner Jünger.
Sein Vater starb kurz darnach; seinen Sohn Silas hatte er vorher noch verstoßen. Im Jenseits setzte er das Leben im Geiste der Lüge fort. Nach einiger Zeit des Herumirrens fand er diesen Bruder-Mittler, der ihm gelegentlich eine Anpassung bot, worauf er ihn diesmal mit Gewalt beeinflusste.
Ihr seht nun, in welchem erbärmlichen Zustand sich jetzt dieser einstige Rabbi und Vorsteher befindet. Er betätigt sich weiter in jenem Geiste, der ihm im Irdischen als Knecht des Satans Eigen war, und ist damit der gleiche geblieben. Gegenwärtig weiß er nicht, wo er sich befindet und was mit ihm vorgeht. Er schreit und tobt aus Furcht und sucht immerfort die Macht und das Prasserleben, welches er im Irdischen geführt hat.
Sein geistiger Zustand kann immer ärger werden und soweit sinken, bis er im Reiche des Satans endet, den er als Gott verehrte und dem er willig folgte."
Nach diesen Worten brach der besessene Bruder zusammen; er streckte sich vor Christus auf dem Erdboden aus und fing zu weinen an.
Christus rief Siach beim Namen und sagte zu ihm:
„Öffne die Augen, damit du irdisch siehst, wo du dich aufhältst. Du befindest dich seit über einem Jahr im Jenseits und irrst herum. Dein irdischer Körper ist begraben und du hast dir einen fremden Menschenkörper ausgeliehen, durch den du dich jetzt kundgibst. Du glaubst, dass du dich im Irdischen befindest und dort lebst. Du siehst, hörst und sprichst aber durch den Körper eines Bruder-Mittlers, der gleich jenem Bruder ist, der sich Masai nannte und den du ermorden ließest, weil durch ihn zu dir jenseitige Wesen in der Erkenntnis sprachen. Du hast jetzt Gelegenheit zu erkennen, wenn du willst."

Der Besessene öffnete daraufhin die Augen und stieß einen Schrei des Erstaunens aus. Er fragte:
„Wo befinde ich mich? Was ist mit mir geschehen?"
Christus erklärte Siach nochmals, wieso er zu dem fremden Körper gekommen sei und sagte anschließend zu ihm:
„Gib jetzt Zeugnis von meinen Worten, damit das Volk prüfen kann, dass ich die Wahrheit spreche und du wirklich der Rabbi Siach bist."
Siach sprach nun durch den Mund des Mittlers:
„Herr, Du sprichst die Wahrheit! Ich bin Siach. Sage mir, woher Du mich kennst und meine Geheimnisse weißt?"
Christus antwortete ihm:
„Siach! Ich bin der von Ewigkeit bewusst Lebende, der Schöpfer des Alls. Ich sehe deine Abstimmung und weiß daher, wer und wie du bist. Ich habe durch meinen Willen Menschengestalt angenommen, um den Menschen in meinem Wirken - also in Worten und Werken - die Betätigung in meinem Geiste der Wahrheit und Nächstenliebe vorzuleben, damit sie mich in meiner Vollkommenheit, je nach ihrem geistigen Erfassen, erkennen, und nicht im Glauben - im Unwissen - dahinleben und den Urheber der Lüge und alles Bösen nicht als Gott anbeten und ihm nicht mehr nachfolgen.
Siehe, du warst ebenfalls ein Knecht dieses Gottes und betätigst dich weiter in seinem verlogenen, bösen Geiste. So höre jetzt auf mich, versuche zu erkennen und trachte, nachher in meinem Geiste zu wandeln."
Dem Mittler kamen Tränen und Siach sprach:
„Herr, erlaube mir, bei Dir zu bleiben! Ich will es versuchen, Dich und die Auswirkung Deines Geistes zu erkennen!"
Christus erwiderte Siach:
„Ja, du kannst es! Gib nachher den Körper des Bruders wieder frei und lasse dich von den Meinen führen, die sich genauso wie du im Jenseits befinden. Du wirst mich geistig in meiner alles erfassenden Erkenntnis wirken sehen und meine Worte hören.
Mein Friede sei mit dir!"
Da trat ein Jude hervor, der dem Gespräch aufmerksam zugehört hatte, und bat Christus um folgendes:
„Herr, kann ich mit dem Besessenen reden und mich selbst überzeugen, ob durch den Mittler Siach spricht. Er war mein leiblicher Bruder und ist tatsächlich vor mehr als einem Jahr gestorben."
Christus antwortete ihm:
„Ja, gib auch du Zeugnis dem Volke, dass dieses Wesen, das da zu uns spricht, der verstorbene Rabbi Siach ist."
Auf diese Worte rief Siach ganz unvermutet:
„Salo, mein Bruder, wie kommst du hierher? Was machst du immer? Wie geht es deiner Familie? Hast du dir schon die vier Kühe abgeholt, die ich dir versprochen habe?"
Salo klärte Siach auf und erlangte im weiteren Gespräch vollauf die Überzeugung, dass dieses zu ihm sprechende Wesen sein verstorbener Bruder sei. Er bestätigte dies dem Volke gegenüber, worauf Christus zu allen sagte:

„So habt ihr jetzt durch diesen Bruder einen Beweis erhalten, dass es nicht allein an dem Mittler liegt, in welchem Geiste durch ihn gesprochen wird, sondern hauptsächlich, wie und unter welchen Umständen der Fragende und Leitende den Mittlerverkehr mit dem Jenseits führt. Der Fragende ist es, der feststellen muss, mit wem er es zu tun hat und ob das sich kundgebende Geisteswesen wahrhaft und wissend oder verlogen und gläubig ist. Wer nicht tiefer denkt und alles glaubt, was durch den Mittler kommt, für den ist der Mittler-Verkehr mit dem Jenseits nur von Nachteil und kann ihn auf Abwege der ärgsten Lüge und Bosheit führen.
Durch den Mittler-Verkehr ist es doch erst dem Satan gelungen, mit Hilfe eines jenseitigen und eines irdischen Geisteswesens, Menschen für sich zu gewinnen. Der jenseitige Vermittler, der im Irdischen Methsaich geheißen hatte und in seinem Geiste dem des Satans sehr nahe stand, half nun dem Verführer, einen irdischen Mittler, der Abram hieß, mit Gewalt zu beeinflussen, das heißt irdisch gesehen: ihn zu 'besetzen'.
So wurde es dem Urheber alles Bösen erst möglich, sich in seinem Geiste der Lüge und Bosheit, Eigenliebe und Herrschsucht, Mord- und Blutgier, Rache und Vergeltung, dessen Auswirkung in allem nur Leid und Vernichtung ist, in der Sprache durch Mittler einem Räubervolk kundzutun. Diesem Volke und seinen Nachkommen sagte das Gebotene zu, es nahm es willig an und es betätigt sich bis heute in diesem Geiste. Ihr kennt dieses Volk! Es ist von ihm auserwählt und von ihm gezeichnet.
Seine Knechte werden sich bemühen, ihn zum Gott anderer Völker zu machen, zu ihnen in seinem verlogenen, bösen Geiste zu sprechen und ihnen mit allen Mitteln, hauptsächlich mit List und Gewalt, den Glauben an diesen Gott aufzwingen.
Es wird aber die Zeit kommen, wo die Völker in dem abscheulichen Geiste der Lüge, Heuchelei, Gewalt und Vernichtung nicht mehr weiter können werden. Zu dieser Zeit werden die Knechte der Lüge und des Glaubens den Satan als den allmächtigen Gottvater und mich, die Ewige Wahrheit, als dessen eingeborenen, gehorsamen Sohn zu glauben befehlen und seinen Geist gleich dem meinen halten, mit der Ausrede, dass ich, der Schöpfer des Alls, unerforschlich und das größte Mysterium sei.
Es werden jedoch ganze Völker und einzelne Menschen da sein, die diesen Glaubensgeist als untragbar und falsch erkennen werden. Sie werden von dem mysteriösen, für dreifaltig gehaltenen Gott nichts mehr wissen wollen. Sie werden die Wahrheit suchen und mich wieder finden. Es wird ihnen alles in meinem Geiste so gegeben werden, wie ich es euch jetzt gebe.
Denn ich sage euch:
Wer mich und die Betätigung in meinem Geiste aufrichtig sucht, bei dem bin ich. Ich und die Meinen helfen ihm, dass er die Wahrheit über mich und das ewige Leben erkennt und den Weg zu mir in meine Welt findet.
Habt also Acht im Mittler-Verkehr mit dem Jenseits und lasst euch nicht durch schöne, fromme Worte oder selbst durch Drohungen irreführen!
Wer den Willen nicht aufbringt, sich allein vom Grundsatz des Erkennens leiten zu lassen und an keinerlei Geheimnisse zu glauben, der unterlasse diesen Verkehr, um nicht durch ihn Schaden an Geist und Körper zu erleiden."
Siach dankte Christus für seine Hilfe und sagte:
„Ich sehe jetzt im hellen Licht die Deinen. Ich gebe den Bruder frei und gehe mit ihnen."
Darauf erwachte der Bruder-Mittler Mesor, brach aber vor Entkräftigung zusammen. Christus nahm ihn bei der Hand und er stand sofort gekräftigt auf. Er schaute sich verwundert um und fragte schließlich Christus:
„Christus, sag mir, wie bin ich zu Dir gekommen?"
Christus klärte Mesor auf und sagte zum Schluss:
„Mesor, wenn dich ein Böser oder Verlogener im Geiste noch so vergewaltigt und du bist dabei selbst wahrhaft und gut, so bin ich in meinem Geiste bei dir und das Böse kann dir nichts anhaben.
Der Friede sei mit euch!"
Mit diesen Worten verabschiedete sich Christus von den Zuhörern und ging unter dem Jubel der Bevölkerung in das nahegelegene Haus der Christengemeinde, wo er weiter lehrte und anschließend Kranke heilte.

Am nächsten Tag frühmorgens verließ Christus mit den Seinen Bethsaida. Der Weg ging zuerst nach Magdala und am nachfolgenden Tag nach Nazareth.
In Nazareth erwarteten die Geschwister der Christengemeinde sehnsüchtig Christus und freuten sich, ihn wieder unter sich zu haben. Von den Jüngern waren anwesend:
Jakobus der Ältere, Jakobus der Jüngere, Thaddäus, Petrus, Andreas, Matthias, Johannes, Hioniwis, Somola, Thimotens, Jakasar, Justus, Thomas, Philippus, Bartholomäus, Marchius, Marchas, Othaeolos, Nebedar, denen sich später Markus und Judas angeschlossen hatten.
Nazareth zählte ungefähr eintausendfünfhundert Einwohner; davon entfielen siebenhundert auf die Essener, dreihundert auf die Juden und die übrigen waren Götterverehrer. Die Stadt ist inmitten einer kleinen Talmulde in schöner Umgebung gelegen und hatte gutes Quellwasser. Sie stellte ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel vieler Fremder dar.
Die Essener besaßen ein großes Versammlungshaus. Ihr Vorstand hieß Jasen Arameas. Die Juden lebten vom Handel und besaßen einen Tempel, in dem sie ihren Glaubenskult ausübten.
Christus verblieb acht Tage in Nazareth und lehrte. Am neunten Tag nahm Christus von den Essenern der Gemeinde Abschied, um die Reise nach Ägypten anzutreten.
Zu Petrus und Andreas sagte er, sie sollten dableiben, ihrem Beruf nachgehen und dabei in seinem Geiste lehren. Er komme in einem Jahr wieder zurück und dann werden sie ständig bei ihm bleiben können. Der achtzigjährige Nebedar blieb ebenfalls in Nazareth zurück. Mit dem Gruß „Der Friede sei mit euch" verließ Christus mit Maria und den anderen Jüngern Nazareth und schlug den Weg nach der Stadt Tarichaea ein, wo er zwei Tage Aufenthalt nahm, die Essener lehrte und ihre Kranken heilte.
Von dort aus wurde der Weg nach Raspana eingeschlagen.